Wien auf dem Weg zur Europaregion

Wien, (OTS) "Wien will sich ohne Überheblichkeit als Motor einer neuen Europaregion zur Verfügung stellen. Wien wird jenen Städten, mit denen es ja bereits seit langem enge Kooperationen gibt, dieses Modell der europäischen Zusammenarbeit auf städtischer und regionaler Ebene vorschlagen" sagte am Freitag Wiens Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr DI Rudolf Schicker anlässlich einer Pressekonferenz im Rahmen des Symposions: "Gemeinsame Strategien für ein gemeinsames Europa - die Verkehrsinfrastruktur".

Wie Schicker weiter ankündigte, werde er dieses Vorhaben bereits beim bevorstehenden informellen Ministerrat in Brüssel am 9. Oktober promoten.

"Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" sowie der bevorstehenden Erweiterung der EU um die Nachbarstaaten, ergibt sich gerade auch für den Raum Wien - Brno- Bratislava bis Györ und Sopron mit 4 Mio. Einwohnern ein Entwicklungspotenzial von europäischem Maßstab," sagte Schicker

In den letzten Jahren wurde von den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland versucht, über vielfältige Projekte, auch unter Nutzung von EU-Förderungsmitteln, in kleinen Schritten diese Regionsbildung zu fördern. Wien beispielsweise hat diese Entwicklung zusätzlich auch durch konkrete Vereinbarungen über Städtekooperationen, etwa mit Bratislava, dynamisiert. Es geht nun darum, gezielt eine regionale Entwicklungsstrategie im Rahmen eines kooperativen Planungsprozesses der wesentlichen Akteure in diesem Raum zu entwerfen.

"Der Region Bratislava soll das Angebot einer Assoziierung zur PGO gemacht werden" betonte Schicker.

Ziel ist es, auf grenzüberschreitender regionaler Ebene den gemeinsamen Wachstumsprozess einzuleiten, der - im Sinne des Europäischen Raumentwicklungskonzeptes - zur Ausbildung einer hochrangigen Zone im europäischen polyzentrischen Regionensystem führt. Dazu soll als Grundlage ein umsetzungsorientiertes Entwicklungskonzept erstellt werden.

Wien unterstützt alle Bemühungen um diese Assoziierung unter Inanspruchnahme von EU-Mitteln (INTERREG III, PHARE)

Wien hat sich in der EUROMOVE-Region im Rahmen verschiedener Projekte wie PREPARITY, VITECC, UTN, TECNOMAN oder CCC stark engagiert.

Schicker wörtlich:," Leidenschaftslos bleibt auch im 21. Jahrhundert beim Straßenverkehr niemand. Auch im internationalen Verkehr muss die Devise lauten, so wenig als möglich auf der Straße, weil es die umweltschädlichste Verkehrsart ist - bei allem technologischen Verbesserungspotential. Metropolen - auch kleine -brauchen die Einbettung im hochrangigen Straßennetz in alle Richtungen. Wenn Wien seine Rolle als ein Zentrum im Städtenetzwerk im südlichen Zentraleuropa wahrnehmen soll, müssen die Hauptstädte der Nachbarstaaten via Autobahn erreichbar sein und der Knoten Wien auch umfahren werden können.
Dazu notwendig: Nord-Autobahn, Anschluss Bratislava an die Ostautobahn und die Komplettierung des großräumigen Rings um Wien müssen Realität werden."

Eine wesentliche Rolle in dieser Entwicklung spielt die Lösung der Verkehrsprobleme - in den Städten selbst, aber vor allem auch die verkehrsmäßige Vernetzung untereinander. Visionäre sehen bereits eine neue Region rund um die heutige Außengrenze der EU, die jener "Banane" im Westen Europas um nichts nachstehen soll.

Innerhalb dieses zentraleuropäischen Raumes werden zwischen den Städten, zwischen den Ballungsräumen und Regionen "Verkehrskorridore" ausgebaut. Hochrangige, beschleunigte "Transeuropäische Netze" werden geknüpft. Die Organisation von Mobilität in der Stadt ist ein Aufgabenfeld, das wesentlich dazu beitragen kann und dazu beitragen muss, dass die globalen Zielsetzungen von Klimaschutz, von Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz, von nachhaltiger Weiterentwicklung von Umwelt- und Lebensqualität im anhaltenden Verstädterungsprozess umgesetzt werden. Die Sicherstellung von adäquater Mobilität ist aber auch Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung der Städte. Gezielte Stadtregionspolitik ist Voraussetzung für intelligente Mobilitätsabwicklung; dazu müssen Institutionen und Instrumente geschaffen werden.

Die Durchsetzung einer konsistenten Stadtregionspolitik kann von den einzelnen Städten allein nicht bewältigt werden, daher sollte eine europäische Initiative gestartet werden. Neben der Verkehrstechnologieentwicklung müssen auch neue Organisationsformen der Mobilitätsabwicklung erprobt und gefördert werden. Die Rahmenbedingungen für alle Formen kombinierter Mobilität, v.a. im Güterverkehr, müssen verbessert werden.

Ein "Masterplan Verkehr" für Wien soll eine Reihe von Festlegungen und Orientierungen zum Verkehr in und um Wien treffen. Einerseits soll er die Position Wiens gegenüber übergeordneten Planungen, Rechtssetzungen und Investitionen festlegen, andererseits soll er die Kooperation in der Region Wien auf dem Gebiet des Verkehrs strukturieren und für die Stadt selbst die Rolle eines überarbeiteten Verkehrskonzepts 1994 einnehmen.

Knoten Kompetenz

Als Kernstadt der bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich bedeutendsten Region Österreichs, als Bundeshauptstadt und als einer der bedeutendsten Metropolen in der - künftig erweiterten -Europäischen Union kommt Wien in den regionalen, nationalen und europäischen Verkehrsnetzen eine wichtige Knotenfunktion zu.

Zur nachhaltigen Stärkung der Wirtschaftskraft aber auch zur Absicherung der hohen Lebens- und Umweltqualität der Region Wien bedarf es einer umfassenden Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in diesem Knoten.

Der Attraktivierung der Eisenbahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger kommt dabei besondere Bedeutung zu. Aber auch im hochrangigen Straßennetz muss Vorsorge für eine effiziente und stadtverträgliche Abwicklung insbesondere des regionalen Binnenverkehrs und des grenzüberschreitenden Transitverkehrs getroffen werden.

Transeuropäische Transporte

Schicker: "Wien hat sich im Bezug auf europäische Verkehrsplanungen bereits seit Jahren anerkannte Kompetenz erworben:
Mit dem TINA-Büro der Europäischen Kommission in Wien wurden die planerischen Voraussetzungen für die Transeuropäischen Netze zur Anbindung der Beitrittskandidatenländer an die Verkehrsinfrastruktur der EU geschaffen.

Diese Kompetenz wird Wien weiter nutzen. Das TINA-Büro wird seine Leistungen europaweit anbieten und zudem hat sich die Stadt innerhalb der Stadtverwaltung mit dem TINA Wien-Büro ein Kompetenzzentrum eingerichtet".

In Zusammenarbeit mit dem BOHMANN-Verlag startet heute eine Serie von Fachgesprächen in Bratislava, Brno und Györ, um in dieser Region im südlichen Zentraleuropa Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Verkehrsplanungen auch für die Städte selbst nur mehr im europäischen Kontext erfolgreich sein können. (Schluss) lf

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