"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Quo vadis Kitz"

Innsbruck (OTS) - (Von Peter Nindler)

Utl.: Ausgabe vom 2. 10. 2001 =

Am Anfang stand Olympia 2010 in Tirol, jetzt
herrscht Frust in Kitzbühel. Ausgebremst fühlen sich die Gamsstädter vom offiziellen Olympiabewerber Salzburg. Vom Partner sozusagen.

Selbstkritik lassen die erfolgsverwöhnten Herren vom Hahnenkamm geflissentlich vermissen. Allein auf Salzburg und das Nationale Olympische Komitee zu schimpfen, reicht nicht aus. Natürlich ist es nicht die feine olympische Art, den Partner dumm sterben zu lassen. Doch Kitzbühel hat in den vergangenen Monaten kaum Engagement gezeigt. Alles wurde auf Salzburg abgeschoben, Konzepte blieben die Olympiamacher aus Kitz schuldig. Das erregte selbst die Tiroler Landesregierung und Sportlandesrat Günther Platter im Speziellen.

Eine Olympiabewerbung muss professionell vorbereitet werden. Patriotismus und ein klingender Name im internationalen Sportkalender als maßgebliche Triebfedern für eine Großveranstaltung haben schon längst ausgedient. Beinahe hilflos hängen jetzt die Tiroler Olympioniken in den Seilen. Wer seine Hausaufgaben nicht erledigt, kann auch nicht selbstbewusst auftreten.

Noch ist es aber nicht zu spät. Nur ausgereifte Konzepte, Strategien und beste Rahmenbedingungen für die Olympiateilnehmer können überzeugen. Wenn die Kitzbüheler sie vorlegen, kann sich das ÖOC nicht so einfach von seinen ursprünglichen Zusagen verabschieden.

Vielleicht war die überhebliche Vorgehensweise der Mozartstädter sogar ein wichtiger, wenn auch nicht beabsichtigter Schuss vor den Bug. Zur richtigen Zeit, damit Kitzbühel endlich aufwacht.

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