Pressestimmen/Vorausmeldung/Aussenpoltik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Ungeschütztes Österreich?

Ausgabe vom 2. Oktober Klagenfurt (-) Ungeschütztes Österreich. Wenn "das einfache Parteimitglied" Österreich mit völkerrechtswidrigen Ergüssen zu "beschützen" gedenkt, hat seine Partei stad zu sein. Und nicht nur die: Auch der - erstmals barsch in die Offensive gepolterte -Kanzler, wird brüsk ins Schweige-Eck zurückverwiesen. Alt-FPÖ-Chef-Haider duldet kein Aber. Und schon gar kein Nein. Kritik wird bewusst missverstanden. Und Kritikern selbst mit Haiders erfolgreich-erprobter Oppositionsrhetorik das Schildchen "Österreich-Feind" umgehängt. Die FPÖ weiß: Es bedarf des Österreich-Feindes, um sich selbst als Österreich-Freund - als Beschützer und Bewahrer aller Braven und Tüchtigen vor den bösen Ausländerflüchtlingen - abfeiern zu lassen. Ja, um dieses Spiel perfekt zu inszenieren, scheut sie sich auch nicht, die Genfer Flüchtlingskonvention als mangelhaft anzugreifen. Garniert wird das Ganze mit dem krönenden Hinweis, nichts anderes zu wollen, als "die Bevölkerung zu schützen". Womit DER Satz ausgesprochen ist, der dem verängstigten Österreicher suggerieren soll: Derzeit ist er ungeschützt. Die Regierung (in diesem Fall offensichtlich nur die schwarze Teil) öffne Terroristen, Drogenbossen, verurteilten Verbrechern Tür und Tor; der Kanzler bitte höflich zum Eintreten; bewirte Schwerverbrecher wie Fürsten, während der brave Österreicher sich schweißtriefend seine Brötchen verdienen müsse. Und so weiter und so weiter ... Österreich kennt die Diktion. Die Diktion, mit der man zum Wahlauftakt läutet und in Oppositionsmanier den unlieben Regierungsalltag vergessen macht.

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