Ferrero-Waldner: Dem Terrorismus die Grundlagen entziehen - Entwicklungszusammenarbeit als Chance

(Wien, 1.10.2001) Außenministerin Ferrero-Waldner hat heute bei einem Vortrag vor dem Lions Club Wien-Belvedere Bezug auf die Ereignisse in den USA genommen. "Unterentwicklung fördert Krieg und Aggression", so Ferrero Waldner. Entwicklungszusammenarbeit sei daher ein effektiver und vor allem notwendiger Schritt, dem Terrorismus die Grundlagen zu entziehen.

In ihrem Grundsatzreferat zur "Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit" ging Ferrero-Waldner eingangs auf die Terroranschläge in den USA ein und sprach davon, "welch weitreichende Missverständnisse bezüglich der Relation von Gerechtigkeit und Gewalt in der Welt von heute mitunter bestehen". Um die Ursachen dieser Anschläge nur im Ansatz verstehen zu können, habe eine Analyse unter zumindest 3 Gesichtspunkten zu erfolgen:

  • die Existenz des weltweiten Terrornetzes ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen und als massive Bedrohung nicht nur unserer Sicherheit, sondern für alle demokratischen Errungenschaften zu sehen;
  • den Konflikt im Nahen Osten in einen zentralen Zusammenhang damit zu stellen und die Lösung dieses Konfliktes als eine wesentliche Voraussetzung zu sehen, und
  • die Armut in dieser Welt, vor allem in Entwicklungsländern, als eine Ursache für Radikalismus anzuerkennen.

Es gibt, so Ferrero-Waldner, keine einfachen Antworten auf den Terror, sondern nur Lösungsstrategien, die verschiedene Ebenen miteinander vereinen. Neben der europäischen Solidarität mit den USA, der verstärkten internationalen Zusammenarbeit im Rahmen der Verbrechensbekämpfung sowie der Formulierung einer klaren EU-Position gehe es vor allem auch darum, jene Konflikte und sozialen Probleme in der globalisierten Welt zu entschärfen, die von den Terrorgruppen als Anlass für ihre Gräueltaten genommen werden und die den Nährboden für Extremismus bilden.

Hier komme nun der Entwicklungszusammenarbeit eine besonders wichtige Rolle zu. Dazu formulierte Ferrero-Waldner mehrere Thesen:
Unterentwicklung fördert Krieg und Aggression; Krieg perpetuiert Unterentwicklung; Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik und Entwicklungspolitik ist Zukunftspolitik.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt laut Ferrero-Waldner mit ihrer Schwerpunktpolitik bereits seit einiger Zeit an den richtigen Stellen an: Friedensicherung und Konfliktlösung (wie etwa in Burundi), globaler Umweltschutz (etwa im Regenwald oder in den Bergen Himalayas) und vor allem die Bekämpfung der Armut (Gesundheit, Bildung, Frauenförderung etc.) sind zentrale Strategien der Entwicklungszusammenarbeit, die sich damit als ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Globalisierungsprobleme präsentiert. Und, so Ferrero-Waldner: "Entwicklungszusammenarbeit funktioniert, wir haben das in den letzten Jahren bewiesen. Es ist aber noch viel zu tun".

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