VP-Stadtrat MARBOE: Rabenhof-Subvention ist eklatantes Unrecht an anderen Wiener Theatern

Wiener VP verlangt Absetzung der Rabenhof-Subvention im GR-Ausschuss

Wien (ÖVP-Klub) Zur morgen im Kulturausschuss anstehenden Subvention des Rabenhof-Theaters meldete sich heute VP-Stadtrat Dr. Peter MARBOE zu Wort: "Die geplante Subvention von 7 Mio. Schilling für den Rabenhof ist ein parteipolitischer Sündenfall und ein ernüchternder Rückschritt in der Wiener Kulturpolitik." Die Subvention stelle ein eklatantes Unrecht an allen anderen Wiener Theatern und Mitbewerbern dar, die keine Budgetzusagen in dieser Höhe hätten.****

Der Rabenhof war, wegen der Ausschreibung der Direktion, zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geraten. "Offenbar hat der Kultursprecher der Wiener SPÖ dem Rabenhof eine Zusage für diese Subvention gemacht", vermutet MARBOE. "Wenn die SPÖ oder ihr Kultursprecher ein Parteitheater haben will, dann sollen sie es auch bezahlen." Wenn diese Subvention den Gemeinderatsauschuss für Kultur passiere, dann wäre das Rabenhof-Theater mit insgesamt mehr als 12 Mio. Schilling nach dem Wiener Schauspielhaus die höchst dotierte Mittelbühne Wiens. "Dabei schließt die Rabenhof-Subvention von 12 Mio. Schilling noch gar keine Förderungen für konkrete Einzelprojekte ein", berichtet MARBOE.

"Weiters ist es völlig unzumutbar, dass die geplante Subvention nicht etwa als Sonderförderung vom Finanzressort getragen wird, sondern direkt aus dem Kulturbudget kommt. Das sind jetzt weitere sieben Mio. Schilling, die nun nicht mehr für zeitgenössische Kunst, für freie Theater oder für Musik und Tanz zur Verfügung stehen." Die Rabenhof-Förderung wäre in dieser Form eine Rückkehr zur jährlichen Bittstellerei und zu nachträglichen Entschuldungen. "Es gab ja gute Gründe dafür, dass wir in der Wiener Kulturszene die Drei-Jahres-Verträge eingeführt haben", so der Wiener VP-Stadtrat. "Sie haben sich bewährt, weil sie Planbarkeit, Unabhängigkeit für die Theater und Transparenz für die Öffentlichkeit garantieren. Es ist daher auch nicht überraschend, dass es seit Einführung der Drei-Jahres-Verträge keinen einzigen Verschuldungsfall gab."

"Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, der dieses Problem von seinem Parteifreund Woller geerbt hat, macht sich jetzt mit diesem Subventionsantrag nachträglich mitschuldig an einer Situation, in der wieder - wie vor 1996 - parteipolitische Abhängigkeiten, Bittstellerei und Entschuldung die kulturpolitischen Stichworte sind."

Die Wiener ÖVP werde der Rabenhof-Subvention im morgigen Gemeinderatsausschuss daher keinesfalls zustimmen, sondern die sofortige Absetzung von der Tagesordnung verlangen, kündigte MARBOE an. Andernfalls werde man das Kontrollamt einschalten. "Es wäre grob fahrlässig, wenn wir diese Art der Subventionierung einreißen lassen würden. Wenn der SP-Kultursprecher aus parteipolitischen Motiven Subventionszusagen macht, dann soll auch seine Partei dafür aufkommen. Es könne und dürfe nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, derartige Zusagen zu finanzieren", so der VP-Politiker abschließend.***

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