Tierversuchsland Österreich

Heftige VIER PFOTEN-Kritik an Bundesministerin Gehrer

Wien (OTS) - Anlässlich des gerade zu Ende gegangenen "10. Kongresses über Alternativen zu Tierversuchen" in Linz übten die VIER PFOTEN heute massive Kritik am österreichischen Desinteresse, alternative Modelle zu Tierversuchen entsprechend zu fördern:
Verantwortlich für diese endlose Misere sei einmal mehr die zuständige Bundesministerin, Elisabeth Gehrer.

So wandte das Wissenschaftsministerium seit dem Inkrafttreten des Tierversuchsgesetzes 1989 bislang nicht mehr als insgesamt 33 Millionen Schilling für die Entwicklung von Tierversuchs-Alternativen auf. Ganz im Gegensatz zu diesem Nichtbetrag sollte laut § 17 des Tierversuchsgesetzes nachdrücklich angestrebt werden, wissenschaftlich aussagefähige Ersatzmethoden zu entwickeln, die eine Verringerung der Anzahl oder der Belastung der Versuchstiere ermöglichen oder Tierversuche überhaupt entbehrlich machen.

Tatsächlich sei man in Österreich weit von dieser gesetzlichen Empfehlung entfernt, weiß VIER PFOTEN-Experte Fabian Friedrich:
"Gegenüber dem Jahr 1999 weist die heimische Tierversuchs-Statistik eine horrende Zunahme von fast einem Drittel auf. Das bedeutet, dass bei uns allein im vergangenen Jahr offiziell 165.028 Tiere getestet wurden, also alle drei Minuten ein Tierversuch stattgefunden hat."

Der VIER PFOTEN-Kritik am Ausbleiben der Förderungen schloss sich am Linzer Kongress u. a. der Innsbrucker Univ.-Prof. Dr. Walter Pfaller an, Facharzt für Physiologie und Sprecher des ZET (Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen): "Wir sind bei unseren Forschungen zu Tierversuchs-Alternativen im wesentlichen auf EU-Förderungen angewiesen, nachdem von österreichischer Seite leider immer weniger Geld zur Verfügung steht."

Was - wie man sieht - nicht ausreicht, so die VIER PFOTEN. Fabian Friedrich abschließend: "Die Tierversuche werden in Österreich jedenfalls nicht weniger. Und solange das Ministerium Gehrer außer Stande ist, alternative Modelle zu Tierversuchen - wie im Gesetz vorgeschrieben - zu unterstützen, solange wird die Qual der Versuchstiere in Österreich auch nicht abnehmen."

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Attila M. Cerman, VIER PFOTEN
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