PVÖ-Präsident Blecha zum "Welttag der Älteren Generation"

Gemeinsames Forderungsprogramm aller Seniorenverbände

Wien (SK) Der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha nahm heute, Sonntag, gegenüber dem Pressedienst der SPÖ zum von den Vereinten Nationen (UNO) weltweit ausgerufenen "Tag der älteren Generation" am 1. Oktober (UN-Resolution Nr. 45/106 aus 1991) Stellung. Blecha betonte die Wichtigkeit des Tages der älteren Generation, "weil er auch zur Bewusstseinsbildung, dass ältere Menschen ein bedeutender und wertvoller Teil der Gesellschaft sind, beitragen soll", so der Pensionistenvertreter. ****

"Ich ersuche daher die Medien um Unterstützung, damit der 'Tag der älteren Generation' so bekannt wird wie der Tag des Kindes, der Weltspartag oder der Muttertag und damit mehr ins Bewusstsein der Menschen dringt", appellierte Blecha, der auch den Vorsitz im überparteilichen Seniorenrat inne hat.

Blecha nahm die Gelegenheit war, um anlässlich des "Tages der älteren Generation" erstmals die gemeinsamen Forderungen aller im "Österreichischen Seniorenrat" zusammengefassten Pensionistenvereinigungen zu präsentieren. Folgende Punkte der Leitresolution sollen bei der Vollversammlung des Seniorenrates am 3. Oktober 2001 in Wien beschlossen werden:

Die Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften werden in dem Forderungsprogramm aufgerufen

* das Grundrecht auf Alterssicherung einschließlich der Garantie für die Werterhaltung bestehender Pensionsansprüche und das ausdrückliche Diskriminierungsverbot wegen (höheren) Alters verfassungsrechtlich zu verankern;

* die Position des Österreichischen Seniorenrates zu stärken, die Erweiterung der Mitsprachemöglichkeiten in den Beiräten der Sozialversicherung auszubauen und Vertreter der Pensionsbezieher in angemessener Anzahl als voll stimmberechtigte Vertreter in die Selbstverwaltungskörper aufzunehmen;

* die ungehinderte Mitwirkung der älteren Generation an der demokratischen Willensbildung bei Wahlen zu gesetzgebenden Körperschaften und Gemeinderäten durch geeignete Maßnahmen, einschließlich der Briefwahl, zu erleichtern; die Freiheit der Wahlentscheidung und die Wahrung des Wahlgeheimnisses
müssen garantiert sein;

* die komplizierte Formel für die Anpassung der Pensionen und Unfallrenten abzuändern, sodass zumindest die Kaufkraft aller Pensionen zuverlässig erhalten wird und das Zustandekommen unter Mitwirkung der Pensionistenvertreter einsehbar und erklärbar ist. Die Anrechnung früherer Pensionsanpassungen auf künftige Anpassungen wird strikt abgelehnt;

* die seit 1995 unerhöht gebliebenen Pflegegelder - wie es das Stammgesetz vorsieht mit dem Pensionsanpassungsfaktor jährlich zu erhöhen;

* die Richtsätze für die Ausgleichszulage und Sozialhilfeleistungen zu vereinheitlichen und sämtliche Richtsätze an die festgelegten Armutsgefährdung-Schwellenbeträge heranzuführen;

* das Bundespflegegeldgesetz so zu ändern, dass zur Erreichung des Anspruchs auf Pflegegeld der Stufe 1 mindestens 50 Stunden durchschnittlicher Hilfs- oder Pflegeaufwand erforderlich sind;

* die volle Steuerfreiheit sämtlicher Unfallrenten wiederherzustellen;

* die steuerliche Gleichbehandlung der Pensionsbezieher mit unselbständig Erwerbstätigen herbeizuführen;

* Kriegsgefangenenentschädigung für sämtliche Kriegsgefangene und verschleppte Personen vorzusehen;

* die Generationensolidarität als Grundlage des umlagefinanzierten gesetzlichen Pensionssystems durch Information und gezielte Förderung eines Dialogs der Generationen zu stärken;

* auf die Errichtung von Lehrstühlen für Geriatrie hinzuwirken. (Schluss) ml/mm

KONTAKT: Pensionistenverband Österreichs: * 01/313 72 DW 30, Andy Wohlmuth

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Pressedienst der SPÖ

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