Verzetnitsch: Übergangsfristen bei EU-Erweiterung zielgerichtet nützen

Grenzüberschreitende Kooperation ist wichtiger Beitrag zu erfolgreicher Erweiterung

Budapest (ÖGB). "Die Gewerkschaften müssen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Fristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit zielgerichtet nützen und in Regionen und Branchen konkrete Vorbereitungen auf die EU-Erweiterung treffen. Nur dadurch können Gefahren und Ängste abgebaut werden", stellte ÖGB- und EGB-Präsident Fritz Verzetnitsch heute bei einem Treffen mit den Spitzen der Gewerkschaften aus Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn in Budapest fest.++++

Verzetnitsch: "Im Erweiterungsprozess geht es vor allem um Arbeit und soziale Sicherheit in allen betroffenen Ländern. Das kann nur gelingen, wenn die Gewerkschaften von den Regierungen verstärkt in den Beitrittsprozess eingebunden sind - und das nicht nur formal. Umgekehrt müssen sich die Gewerkschaften stärker in Wirtschaft und Arbeitsmarkt einmischen, um vor allem die Entwicklung in den Grenzgebieten zu einer 'win-win'-Situation zu gestalten."

Als Beispiel nannte der ÖGB-Präsident die guten österreichischen Erfahrungen mit Arbeitsstiftungen, z.B. im Speditionsbereich. Er hofft, dass dieses Modell auch in den beitrittswilligen Staaten Anwendung finden werde. Die verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Regionen und Branchen sowie zwischen den Gewerkschaften sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Erweiterung. Verzetnitsch: "Dazu zählt auch die Zusammenarbeit aller Sozialpartner."

Der ÖGB-Präsident abschließend: "Die europäische Integration bleibt das größte Friedensprojekt, wenn es den Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewährleistet."(ff)

ÖGB, 28. September 2001
Nr. 785

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