ÖGB: "Krankensteuer"-Bescheide verunsichern Patienten

ARGE-ÄrztInnen kritisieren die Einhebung der Ambulanzgebühren

Wien (ÖGB). "Sie können nicht sagen, wir hätten sie nicht gewarnt," erklärt die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser. Die ARGE-ÄrztInnen haben schon vor gut einem Jahr auf das drohende Chaos bei den Ambulanzgebühren hingewiesen. "Durch die Einführung der Ambulanzgebühr konnte keinerlei Lenkungseffekt erzielt werden. Sie trägt lediglich zur Verunsicherung der Kranken bei," erläutert Oberhauser.++++

"Wenn diese Regierung geglaubt hat, dass PatientInnen aus Spass in eine Spitalsambulanz gehen, dann hat sie sich getäuscht," stellt Oberhauser verärgert fest. "Wo bitte soll ein Pensionist 'hingelenkt' werden, wenn er sich die Hand gebrochen hat? Wenn das kein Notfall ist, was dann? Kein Wunder, dass sich Betroffene darüber beschweren, dass ihnen jetzt ein Erlagschein über 250 Schilling 'Krankensteuer' ins Haus flattert."

Die ARGE-ÄrztInnen ist entrüstet, dass die Regierung den Volkszorn auf die einhebenden Krankenkassen zu lenken versucht. "Damit kommen wir der Zerschlagung der Pflichtversicherung einen Schritt näher", erklärt Oberhauser. "Es liegt nun an uns, den Versicherten zu erklären, wer Schuld an diesem Desaster hat: Nicht die Spitäler und nicht die Sozialversicherungen sind verantwortlich, sondern einzig und allein die völlig unausgegorenen Pläne der Bundesregierung." Die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen weiter: "Die Abzocker sitzen in der Regierung, nicht in den Kassen. Die Ambulanzgebühr bewirkt keine finanzielle Entlastung des Gesundheitssystems, sondern kostet den Kassen durch die Administration nur noch mehr Geld."

"Wir werden dafür kämpfen, dass es der Regierung nicht gelingt, Österreich durch diverse Maßnahmen zu entsolidarisieren. Unser hervorragendes Gesundheitssystem, das auf der Basis des Solidarprinzipes beruht, darf auch von dieser Regierung nicht aus den Angeln gehoben werden", so Oberhauser.(tb)

ÖGB, 28. September 2001
Nr. 782

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