Verzetnitsch: "Abfertigungsreform ist ein Gebot der Zeit"

Status-Quo bedeutet Rückschritt für die ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). "Auch die Wirtschaftskammer muss bereit sein, sich den neuen Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Arbeitswelt anzupassen", erklärt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch zur jüngsten Forderung von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, die Abfertigungs-Reform zu verschieben. Angesichts der sich rapide verändernden Wirtschafts-und Arbeitswelt würde ein Status-Quo für die betroffenen ArbeitnehmerInnen einen Rückschritt bedeuten. ++++

Gerade in Zeiten einer schwachen Konjunktur sei Mobilität für die ArbeitnehmerInnen besonders wichtig. Diese könne nur durch eine Abfertigung bei Selbstkündigung unterstützt werden. Weiters lehnt es Verzetnitsch ab, dass die EU-Erweiterung als Sündenbock für einen Verzicht auf die Abfertigungsreform herhalten soll. "Der ÖGB steht zu diesem großen Projekt. Es ist aber keine gute Werbung für die EU-Erweiterung, wenn sie als Ausrede dafür dient, dass zukunftsweisende Reformen unterlassen werden."

Die Anpassung des Abfertigungsrechts an die moderne Arbeitswelt sei Ein Gebot der Zeit. ÖGB und AK haben deshalb schon vor langem ein klares Konzept zur Verbesserung der Abfertigung auf den Tisch gelegt, betont Verzetnitsch. Die Forderungen des ÖGB im Detail:

o Abfertigungsanspruch ab dem ersten Tag eines Dienstverhältnisses. Diesen Anspruch kann man im "Rucksackprinzip" zu anderen Arbeitgebern mitnehmen.
o Abfertigung bei Selbstkündigung - mobil sein darf nicht bestraft werden.
o Auslagerung der Abfertigung in Abfertigungskassen - Abkoppelung vom Unternehmensschicksal.
o Abfertigungsbeiträge für alle ArbeitnehmerInnen - nicht nur für Langzeitbeschäftigte.
o Geradliniges Anwachsen der Abfertigung - weg mit Abfertigungssprüngen.
o Kein Eingriff in bestehende Ansprüche. (kran)

ÖGB, 28. September 2001
Nr. 781

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