FP-Strache: Schüler als Gewaltopfer von Privatschule im Stich gelassen

Stadtschulratsvizepräsidentin Mühlwerth: Wiener Stadtschulrat hat die Vorgangsweise der Schulverantwortlichen zu überprüfen

Wien, 28-09-2001 - Der 18-jährige A. K. Schüler der katholischen Privatschule Friesgasse "Schulschwestern von unserer lieben Frau", wurde am Mittwoch, 19. September 2001, in der 10 Uhr Schulpause vor seiner Schule brutalst von drei Jugendlichen niedergeschlagen und "krankenhausreif" geprügelt. ****

Die besondere Brutalität und gezielt geplante Vorgangsweise spiegelt sich in der Art und Weise des Tathergangs wieder. A. K. wurde von einem Jugendlichen für eine angebliche Aussprache zu einem Hauseingang neben der Schule gelockt, während dort schon zwei Jugendliche versteckt ausharrten, welche sich umgehend auf ihn stürzten, K. in den Würgegriff nahmen und alle drei Mitschüler immer wieder mit Händen und Füßen auf ihn einschlugen und eintraten, berichtet der von der Familie verständigte Klubobmann-Stellvertreter der Freiheitlichen Gemeinderatsfraktion, GR Heinz-Christian Strache erschüttert.

Diesen brutalen und offensichtlich geplanten Überfall haben zwei entsetzte Mitschülerinnen von K. als Zeugen miterleben müssen. Diese Mitschülerinnen wurden von der Schulleitung bis heute nicht einmal zur Causa befragt. Erst als mehrere Schulkollegen und ein Lehrer dazustießen wurde von K. abgelassen. Aufgrund seiner stark blutenden Gesichts- bzw. Kopfverletzungen hatte das Opfer auch eine blutverschmierte Jacke samt Pullover.

Nicht nur, dass die Aufsichtspflicht der Schule zumindest zu hinterfragen ist, entließ man den schlimm zugerichteten Schüler auch noch fahrlässiger Weise alleine in das Spital, anstatt sofort die Rettung zu rufen und ausreichende Hilfestellung vor Ort zu leisten, empört sich Strache. Der Schüler A. K. wurde einfach in das Spital entlassen und brach in Begleitung seiner Mutter - welche er eigenständig kontaktiert hatte - auf dem Weg in das Krankenhaus zusammen und musste sich angesichts seiner Übelkeit (Kopfverletzungen) schließlich auch noch übergeben.

Im Spital wurde empört festgehalten, dass es unverantwortlich von der Schule wäre, nicht sofort die Rettung verständigt zu haben. Am darauffolgenden Donnerstag, nach seiner letzten Spitalsbehandlung, erstattete der Schüler K. Anzeige gegen die drei Täter, welche er zum Teil durch den gemeinsamen Schulbesuch flüchtig vom sehen kennt.

Die zugefügten physischen Schmerzen bzw. die psychische Angst wären Probleme gewesen die der Schüler K. mit Sicherheit überwunden hätte. Als er jedoch als betroffenes Opfer von der zuständigen Schulleitung zusätzlich mitgeteilt bekam, dass er von der Schule suspendiert wurde und am Montag, dem 24. September 2001, eventuell von der Privatschule "fliegen" könnte, brach für ihn eine - bisher als gerecht empfundene - Welt zusammen. Anstatt als Opfer die notwendige Schulunterstützung zu erhalten, wurde er wie ein Täter behandelt. Das Opfer wurde durch diese unhaltbare Schulvorgangsweise psychologisch ein weiteres Mal gequält und gedemütigt, was auch zu Depressions-, Angstzuständen und Weinkrämpfen führte, zeigte sich Strache entsetzt.

Opferhilfe "danach." wurde eingeschaltet !

Familienangehörige verständigten Gemeinderat Strache, welcher daraufhin die Opferhilfe "danach.", Castelligasse 17, 1050 Wien, einschaltete und Herrn DSA Andreas Zembaty um eine rasche und konkrete Hilfestellung bat. Diesem verzweifelten Hilfeaufruf der Familie kam ein Vertreter der Opferhilfe "danach." auch umgehend, rasch und unbürokratisch nach und begleitete den Schüler K. zur schulischen Vorladung. Dort wollte man dem Vertreter der Opferhilfe zuerst überhaupt den Zutritt bzw. die Teilnahme als Begleiter und Vertreter von Schüler K. verweigern. Nach heftigen Protesten durfte der Schüler K. dann doch in Begleitung vor den Schulverantwortlichen erscheinen und angehört werden. Trotz intensiver Bemühungen, die Schulverantwortlichen darauf aufmerksam zu machen, dass es sich beim Schüler K. um ein Opfer handelt, wurde er wie ein mitschuldiger Täter behandelt und mit sofortiger Wirkung vom Unterricht und von der Schule ausgeschlossen (einseitige Vertragskündigung!). Diese unerhörte Vorgangsweise der Schulverantwortlichen führte zu heftigem Protest des Opferhilfevertreters, berichtet Strache.

Die unverständliche und nicht akzeptable Vorgangsweise der Schulleitung wurde GR Strache daraufhin von den betroffenen Eltern und der Opferhilfe mitgeteilt, was Strache veranlasste mit der Schule fernmündlich Kontakt aufzunehmen um eventuell eine gütliche Lösung zu erreichen. Straches diesbezügliches Gespräch mit der Direktorin, Dr. Arnette Höfferl war zwar von beiden Seiten ausgesprochen höflich geführt, bestätigte jedoch leider die vollkommen fehlende Einsicht der Schulverantwortlichen, dem Opfer auch den notwendigen Schutz, die psychologische Unterstützung sowie schulische Hilfe zukommen zu lassen und die getroffene Entscheidung revidieren zu wollen.

Dem Schüler K. wurde, wie leider so oft in unserer heutigen Gesellschaft, als Opfer eine skandalöse "Mitschuld und Mitverantwortung" von Frau Dr. Höfferl zugeschoben, bestätigt Strache. Von einem zu erwartenden Krisenmanagement, wie von psychologischer und pädagogischer Fähigkeiten oder Hilfeleistung für das Opfer und die Familienangehörigen war weit und breit keine Spur. Diese Vorgangsweise ist für Strache als aktiver Sozial- und Schulpolitiker und als ehemaliger, zufriedener Schüler einer katholischen Privatschule deshalb so erschütternd, weil in diesem konkreten Fall gar kein pädagogisches Interesse an einer Schuld- bzw. Unschuldsklärung bestand und die "christliche Fürsorge und Nächstenliebe" für einen offensichtlich "einfachen Präventivschlag" über Bord geworfen wurde. (Schluss) forts. jen

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