GPA schließt mit dem Sparkassenverband Kollektivvertrag über Arbeitsbedingungen der Euro-Einführung ab

KV-Mindeststandards nun für Banken und Sparkassen erreicht; Raiffeisen-Volks-und Hypobankenverbände noch säumig

Wien (GPA/ÖGB). Nach der Einigung mit dem Bankenverband konnte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) in punkto Euro-Kollektivvertrag nun ein Ergebnis mit hoher Qualität für den Sparkassensektor sicherstellen. Der erfolgreiche Abschluss der KV-Verhandlungen, die unter schwierigsten Begleitumständen zu führen waren, gewährleistet für die Beschäftigten dieser beiden wesentlichen Sektoren im Finanzbereich eine bestmögliche und umfassende Absicherung ihrer Bedürfnisse und Interessen für die Zeit der Euro-Bargeldeinführung.++++

"Die Beharrlichkeit der GPA in Sachen Euro-KV hat sich bezahlt gemacht und sowohl für den Sparkassen als auch für den Bankenbereich qualitativ hochwertige Ergebnisse geliefert, die die Standards für die übrigen Branchen vorgeben und spezielle sektorielle Bedürfnisse bestmöglich berücksichtigen", kommentiert die Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Sparkassen, Hedwig Fuhrmann den KV-Abschluss und zeigt sich stolz, dass der Sparkassensektor arbeitnehmer- wie auch arbeitgeberseitig für das Gelingen des Euro-Projektes die notwendige Mitverantwortung unter Beweis gestellt haben.

Der mit dem Sparkassenverband fixierte Kollektivvertrag sieht für die Zeit von 17.Dezember 2001 bis 20.Jänner 2002, in der im Zuge der Euro-Umstellung die größten Belastungen erwartet werden, für FilialmitarbeiterInnen im Kundenkontakt eine allgemeine Erschwerniszulage von 16 Euro/Tag vor. Darüber hinaus sind Arbeitsleistungen ab der 11. Stunde per Betriebsvereinbarung zu regeln und mit einer zusätzlichen Vergütung von mindestens acht Euro pro Stunde zu entgelten.
Für Wochenend- und Feiertage werden darüber hinaus Erschwernisabgeltungen in der Höhe von acht Euro pro Stunde bzw. mindestens 30 Euro festgelegt. Ein besonderer Zuschlag von zehn Euro pro Stunde, ist ferner für Arbeitseinsätze am 1. Jänner 2002 vorgesehen.

In diesem Zeitraum wird Wochenend- und Feiertagsarbeit ermöglicht.

Alle Sparkassen, die von den besonderen Möglichkeiten dieses Kollektivvertrages zur befristeten Arbeitszeitflexibilisierung Gebrauch machen möchten, müssen dies bis zum 31.10.2001 mittels Options-Erklärung kundtun. Die KV-Verhandlungspartner zeigen sich zuversichtlich, dass der Großteil der Institute diese Gestaltungschance nutzen wird.

Der KV sieht darüber hinaus auch Empfehlungen für den Abschluss von Betriebsvereinbarungen (wie zum Beispiel hinsichtlich besonderer Sicherheitsvorkehrungen, Haftungsfragen, Kassenmankos, sowie Rufbereitschaften) vor und wird so der Anforderung gerecht, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Euro-Umstellung in ganzheitlicher Betrachtungsweise zu gestalten..

Auf Basis der getroffenen KV-Regelungen seien die Weichen für den glatten Ablauf der Euro-Umstellung nun auch aus personeller Sicht weitgehend gewährleistet, um die schwierige Phase der Bargeld-Umstellung mit motivierten MitarbeiterInnen und im Interesse zufriedener Sparkassenkunden erfolgreich zu bewältigen, zeigt sich Hedwig Fuhrmann mit dem abgeschlossenen KV zufrieden. Jene Sektoren, die nach wie vor ihren Handlungsbedarf für einen Euro-KV negieren, hätten während der Umstellungsphase jedenfalls mit der besonderen Aufmerksamkeit seitens der GPA zu rechnen. Es wird sich herausstellen, dass die Rechnung für Arbeitgeber, die in Belastungsphasen auf MitarbeiterInnenkosten sparen möchten, nicht aufgeht.

"Der nach zähem Ringen abgeschlossene Euro-Kollektivvertrag ist für mich auch ein erfreuliches Signal einer funktionierenden Sozialpartnerschaft im Sparkassensektor und eine wichtige Voraussetzung für künftige Kooperationen", so Fuhrmann abschließend.

ÖGB, 28. September 2001 Nr. 780

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