AK warnt vor neuen Hürden für berufstätige Studierende

Linz (AKO) Rund ein Viertel aller Studierenden in Österreich ist voll berufstätig. Fast 70 Prozent arbeiten in irgendeiner Form neben dem Studium. An der Universität Linz ist der Anteil der Berufstätigen besonders hoch. Gerade für sie bringt das neue Studienjahr nichts Gutes mit sich.

In vielen Studienrichtungen gibt es neue Studienpläne. Darin werden den Studierenden mehr Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht vorgeschrieben als bisher. Berufstätige stehen vor schier unüberwindlichen Hürden: Wie kann ein Vollzeit Berufstätiger gleichzeitig auf der Uni sein?

Berufstätige werden darüber hinaus durch die Einführung von Studiengebühren in der Höhe von 5000 Schilling pro Semester besonders stark belastet, da sie im Schnitt länger für das Studium benötigen und die Gebühr somit öfter entrichten müssen, obwohl sie insgesamt nicht mehr universitäre Ressourcen in Anspruch nehmen.

"Legt man die im Laufe der Studienzeit entrichteten Gebühren auf die zu absolvierenden Lehrveranstaltungen um, ergibt sich logischerweise, dass Berufstätige für ein und dasselbe Seminar mehr zahlen müssen als nicht Berufstätige", analysiert der Bildungsexperte der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Fritz Bauer.

Für das Wintersemester 2001/2002 zeichnet sich bereits jetzt ein erheblicher Rückgang bei den Studierenden ab. Besonders stark dürfte er gerade bei den berufstätigen Studierenden sein. Durch die jüngsten Maßnahmen im Universitätsbereich wird die in Österreich ohnehin niedrige Akademikerquote aller Voraussicht nach im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich bleiben, mit allen negativen Konsequenzen für die Beschäftigten und den Wirtschaftsstandort Österreich.

"Studiengebühren sind Barrieren für finanziell Schwächere und führen zu sozialer Selektion. Der Anteil von Kindern aus Arbeitnehmerhaushalten wird dadurch an den Universitäten sinken. Studiengebühren sind aus bildungspolitischen Gründen grundsätzlich abzulehnen", so AK-Präsident Hubert Wipplinger.

"Die Universitäten erfüllen für Arbeitnehmer/-innen bisher eine wichtige Weiterbildungsfunktion. Diese ist durch die konservative Bildungspolitik der Regierung, arbeitnehmerfeindliche Studiensysteme und Studiengebühren in Gefahr. Arbeitnehmer werden von den Universitäten praktisch indirekt ausgeschlossen. Die Arbeiterkammer hat im Zuge von Begutachtungsverfahren wiederholt auf diese Problematik hingewiesen. Wir fordern ein rasches Umdenken in der österreichischen Bildungspolitik!" so Präsident Wipplinger.

Rückfragen & Kontakt:

Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

Arbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO