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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Bis ihnen "die Lust vergeht"

Utl.: Ausgabe vom 28. Sep. 2001=

Im Windschatten der Terroranschläge und der
weltweiten Sorge um den Frieden, kochen Jörg Haider und sein Klubobmann Westenthaler eines ihrer bisher unappetitlichsten Süppchen. Es grenzt an parteipolitische Leichenfledderei, aus den großen Tragödien unserer Tage - Terror, Krieg und Flucht -parteipolitische Vorteile auf Kosten der Ärmsten der Armen schlagen zu wollen. Unter der Vortäuschung, es ginge um unsere Sicherheit, wollen Haider und Co Asylsuchende, Flüchtlinge oder einfach nur Bettler, künftig so behandeln, dass ihnen "die Lust vergeht". Die Lust aufs Betteln, aufs Asyl, auf Österreich, auf Europa. "Letztklassig" (SPÖ) oder "einfach widerlich" (Grüne), würde als Kommentar völlig ausreichen, wenn es der FPÖ mit ihrer Xenophobie nicht tatsächlich Ernst wäre. So ernst, dass sie sogar in Kauf nimmt, die Präambel zur Regierungserklärung zu brechen.
Die freie Welt ist sich völlig klar darüber, dass der Terrorismus dann gesiegt haben wird, wenn wir unsere Länder und Kontinente zu Festungen gegen Armut und Fremden ausgebaut haben werden. Wenn wir auf dem Altar unserer Sicherheit -, Recht, Freiheit und Humanität geopfert haben werden. Denn all dies ist nicht vereinbar mit jener Sicherheit, von der Jörg Haider gestern sprach. Konsequenterweise nennt Haider die Spruchpraxis des Verwaltungsgerichtshofes einen "Feind einer geordneten Zuwanderungspolitik". So besehen, wären Haider und Westenthaler indirekte Erfüllungsgehilfen des Terrorismus. So besehen, vergeht auch uns langsam die Lust auf ein sicheres Land.

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