LHStv. Onodi: Ambulanzgebühren: Infodefizit bei Patienten, massiver Mehraufwand in Kassen und Krankenhäusern

Bundesregierung trägt Verantwortung für Überbürokratisierung und Irrtümer

St. Pölten, (SPI) - "Wenn man nicht den Mut hat, eine falsche politische Maßnahme, wie es die Ambulanzgebühren von Beginn ihrer Einführung durch die Bundesregierung waren, zurückzunehmen, dann braucht man sich über die jüngsten Schwierigkeiten bei Verrechnung und Einforderung nicht zu wundern. Die Schuld auf die Kassen oder das Krankenhauspersonal zu schieben, ist zurückzuweisen. Da macht man es sich zu einfach", kommentiert Niederösterreichs Gesundheitsreferentin LHStv. Heidemaria Onodi die jüngsten Schwierigkeiten bei der Einhebung der Ambulanzgebühren.****

So wurde der Patient von der Bundesregierung über die tatsächlichen Verrechnungsmodalitäten völlig im Unklaren gelassen. Zu einem großen Teil wissen die Patienten nicht, dass derzeit für jeden Ambulanzbesuch ein Behandlungsbeitrag - bis zur Höchstgrenze von ATS 1.000,- jährlich - eingehoben wird, unabhängig davon, ob der Patient für die Behandlung seines Falles einmal oder mehrere Male eine oder verschiedene Ambulanzen aufsuchen muss. Viele Patienten glauben, dass sie zur Behandlung eines Akutfalles nur einmal zahlen, auch wenn mehrere Ambulanzbesuche bzw. Wiederbestellungen - und zwar an verschiedenen Tagen - notwendig sind. Das ist nicht der Fall - für jeden Besuch werden die Gebühren eingehoben, zudem sind viele andere Ausnahmeregelungen gefallen. Ebenso ist es für die Patienten verwirrend, dass auf ihrer Rechnung nur das Krankenhaus, nicht aber die aufgesuchte Ambulanz angegeben ist, obwohl aus dem Datensatz die Ambulanz interpretiert werden kann. Im Bereich des Datentransfers von den Krankenhäusern zu den Kassen fehlen zudem einheitliche Prüfungsrichtlinien - solche sind aber notwendig, um zeitaufwändige und personalintensive Nachkontrollen zu minimieren. Bei den Kassen wiederum gibt es bundesländerweise unterschiedliche Prüfungskriterien - was in Salzburg "fehlerhaft" zurückgeschickt wird, kann in Niederösterreich durchaus entsprechen.

Eine weitere Schwierigkeit ist das Fehlen von Versicherungsdaten, da viele Menschen die Ambulanzen auch zu den Nachtstunden bzw. an Wochenenden aufsuchen und in vielen Fällen die Begleitpersonen die Versicherungsdaten jener Personen, wo beispielsweise die Kinder mitversichert sind, nicht wissen. Fehlt diese Versicherungsnummer, kommt der Datensatz zu den Spitälern zurück und muss umständlich wieder behandelt werden.

"Die aktuellen Probleme bei der Einhebung der Ambulanzgebühren bestätigen einmal mehr die Vorbehalte gegen diese unsoziale, ungerechte und vor allem überbürokratisierende Maßnahme im Bereich des Gesundheitswesens. Die Bundesregierung soll diese unseligen Ambulanzgebühren wieder abschaffen. Die Krankenhäuser werden derzeit von Hunderten Patientinnen und Patienten angerufen, um Informationen über die Ambulanzgebühren zu erhalten. Die Grenzen der Belastung für das Personal sind mittlerweile erreicht, allein zur Bearbeitung der Einwände fehlen Dutzende Fachkräfte. Das Krankenhauspersonal ist sicher nicht dazu da, die Fehler der Bundesregierung durch die völlig verunglückte Einführung der Ambulanzgebühren auszubügeln. Hier muss eindeutig die Notbremse gezogen werden, da ansonsten eine Verschlechterung in anderen Bereichen der gesundheitspolitischen Verwaltung droht", so die NÖ Gesundheitsreferentin abschließend. (Schluss) fa

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