Mitterlehner zu Krankenversicherung: Reform ja, Systemänderung nein

Wettbewerb und Kostenoptimierung als Lösung der Finanzierungsprobleme

Wien (PWK683) - "Im internationalen Vergleich ist das österreichische System der Krankenversicherung bei Kosten von 8,3 Prozent am BIP gegenüber 10,5 Prozent in Deutschland und 8,7 Prozent im EU-Schnitt ein gesundes System", erklärte Reinhold Mitterlehner, Generalsekretärstellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich gestern Abend bei der Enquete "Solidarität und Wettbewerb in der Krankenversicherung - geht das überhaupt" im Gewerbeverein. "Wir brauchen kein neues System, es müssen jedoch die Kosten in den Griff bekommen werden. Jährliche Kostensteigerungen von 6 Prozent und ein Plus bei Einnahmen von 3 Prozent ergibt eine Kostenschere, die durch Management allein nicht steuerbar ist", so Mitterlehner.

"Es muss kostenoptimierend agiert werden, wie das Beispiel der Spitalsholding in Oberösterreich zeigt. Die parallele Errichtung von zwei teuren Spitalsküchen in Linz innerhalb einer Entfernung von nur wenigen Metern ist Geldverschwendung. Daher plädiere die Wirtschaft für den Einbau von Wettbewerbselementen in der Krankenversicherung, für die Differenzierung von Sach- und Geldleistungen wie bei der Selbständigenversicherung längst der Fall und für die Einführung von Leistungsstandards in den Bundesländern. Die Einführung von Selbstbehalten als Lösungsansatz sei derzeit politisch nicht durchsetzbar. Und Konkurrenz zwischen den Krankenkassen allein löse das Kostenproblem, wie das Beispiel Deutschland zeigt, auch nicht. Junge gesunde Risikogruppen werden gesucht. Für ältere Risikogruppen muss erst recht wieder ein solidarischer Ausgleich gefunden werden.

Mein Credo lautet daher, so Mitterlehner, unser bewährtes System nicht aufgeben, sondern durch die Umsetzung ökonomischer Grundprinzipien zur Erhaltung des Systems beitragen. (pt)

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