Muttonen fordert substanzielle Erhöhung der Filmförderung

Wien (SK) SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen fordert eine deutliche Erhöhung der Filmförderung des Bundes. Die 105 Millionen Schilling Förderung plus 15 Millionen Förderung für den Experimentalfilm sind nach ihrer Ansicht eine viel zu geringe Summe; als erster Schritt müsste die erfolgte Kürzung rückgängig gemacht werden und das Förderungsbudget wieder auf den Stand von 1999 gebracht werden, so Muttonen am Donnerstag in einer Pressekonferenz. 1999 förderte der Bund den österreichischen Film mit insgesamt 170 Millionen Schilling (120 Millionen plus 50 Millionen Sonderförderung). ****

Alles andere als rosig sei derzeit die Lage für die österreichischen Filmschaffenden, sagte Muttonen. Sie wirft dem zuständigen Staatssekretär Morak Gesprächsverweigerung und Untätigkeit vor. Denn obwohl die Regierung in ihrem Programm ein Schwerpunktprogramm für den österreichischen Film angekündigt habe, wurden die Förderungsbudgets in den letzten zwei Jahren drastisch gekürzt. Ebenfalls dramatische Auswirkungen habe die wirtschaftliche Schwächung des ORF durch das im Sommer beschlossenen ORF-Gesetz, für das Jahr 2002 sind Gesamtverluste für die Filmwirtschaft von 700 Millionen Schilling zu erwarten.

Die Abgeordnete wies darauf hin, dass vergleichbare Staaten wie Dänemark oder Schweden weitaus höhere Förderungen für den Film aufbringen. So fördert Schweden den Film jährlich mit umgerechnet 576 Millionen Schilling, Dänemark mit 559 Millionen Schilling.

Muttonen erklärte, dass die Filmwirtschaft Europa-weit als Wachstumsbranche gelte mit einem jährlichen Wachstumspotenzial von 20 Prozent. Film sei ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. In diesem Sinn fordert die Abgeordnete Wirtschaftsminister Bartenstein auf seine Verantwortung auch wahrzunehmen. Sie spricht sich dafür aus, dass sich alle politisch Verantwortlichen gemeinsam mit den Filmschaffenden an einen Tisch setzen.

Die SPÖ-Kultursprecherin schlägt neben einer Erhöung der direkten Förderung auch steuerliche Anreize vor. So solle die sogenannte "Wartetastenregel" (Paragraf 2, Absatz 2 Einkommenssteuergesetz) aufgehoben werden. Mit dieser Regelung wird die Abschreibbarkeit von Verlusten aus Filmproduktionen extrem eingeschränkt, eine Lockerung oder Aufhebung dieser Regelung würde Investitionen in Filmproduktionen begünstigen.

Muttonen spricht sich auch für die Einrichtung einer Fachhochschule für Filmproduktion aus. Denn neben der Förderung von Filmproduktionen müssten auch Ausbildungszentren geschaffen werden. Dabei solle großes Augenmerk auf wirtschaftliches und technisches Know-how gelegt werden. Außerdem sollen regionale Aktivitäten von Seiten des Bundes gefördert werden. (Schluss) wf

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