Swoboda übt scharfe Kritik an Silvio Berlusconi

Überheblichkeit gegenüber Islam nützt weder den USA, noch stärkt sie Europa

Wien (SK) "Die Arroganz des Silvio Berlusconi, von einer 'Überlegenheit des Westens dem Islam gegenüber' zu sprechen, ist unverfroren - und völlig deplaziert. Diese Überheblichkeit ist genau das Gegenteil dessen, was Europa im Augenblick an politischem Augenmaß braucht", erklärte der Leiter der SPÖ-Delegation Hannes Swoboda Donnerstag in Reaktion auf die Aussagen des italienischen Premierministers Berlusconi. "Wir brauchen einen intensiven Dialog mit den islamisch dominierten Teilen der Welt - jede Äußerung, die diesem Ansinnen Europas zuwider läuft, ist schärfstens zurückzuweisen", stellte Swoboda klar. ****

"Dieses Verständnis von Solidarität mit den USA hilft weder den Vereinigten Staaten in ihrer momentanen Situation, noch stärkt es Europa den Rücken", so Swoboda. Im Augenblick benötigten die Vereinigten Staaten "einen guten Freund und Partner". "Freund kann nur sein, wer Solidarität übt, aber auch auf Fehler und Mängel aufmerksam macht. Und nur jene Partnerschaft gedeiht und ist erfolgreich, die auf Gleichberechtigung und Bewahrung der eigenen Identität beruht", so der Leiter der SPÖ-Delegation.

Europa müsse "mit allem Nachdruck und im Bekenntnis zu einer gleichgewichtigen Welt die internationale und multilaterale Zusammenarbeit fördern und dabei Amerika zum Mitmachen bewegen". Europa, das selbst im Inneren nach einem ausbalancierten Gleichgewicht der Macht suche und aus der Vielfalt seine Stärken ableite, sei für eine solche Rolle bestens geeignet.

Dies habe nichts mit einem plumpen "Anti-Amerikanismus gemein", betonte Swoboda. "Gerade als glühender Europäer muss ich Europa dort kritisieren, wo dringend Verbesserungen notwendig sind. Und genauso halte ich es mit den USA", schloss Swoboda. (Schluss) ah/mm

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK