Einkommen in NÖ: Arbeitnehmer verlieren durch Inflation und Belastungspakete

Wien (AKNÖ) - AKNÖ-Präsident Staudinger kritisiert die Einkommensentwicklung bei den niederösterreichischen Arbeitern und Angestellten: "Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Wirtschaft den Beschäftigten im Jahr 2000 nicht einmal die Inflationsrate abgegolten haben." Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat in einer Studie die Einkommenssituation der unselbständig Erwerbstätigen in Niederösterreich analysiert: Im Jahr 2000 betrug das monatliche Bruttoeinkommen demnach 20.611 Schilling (Medianwert, 14 x jährlich, 1497,86 €). Im Ranking der Bundesländer liegen die niederösterreichischen Einkommen damit wie bereits seit 1997 nur auf dem 6. Platz (Österreich: 21.375 ATS).

Betrachtet man die Entwicklung der Gehälter von 1999 auf 2000, so sind die niederösterreichischen Gehälter um plus 1,6 Prozent oder plus 316 Schilling brutto gestiegen. Österreichweit betrug der Einkommenszuwachs im vorigen Jahr 1,7 % Prozent oder 361 Schilling brutto. Die NÖ Arbeitnehmer haben also statistisch gesehen 45 Schilling weniger Gehaltszuwachs bekommen als die österreichischen Kollegen. Für den AKNÖ Präsidenten kein erfreuliches Ergebnis:
"Niederösterreich liegt damit auf dem vorletzten Platz in Österreich - gemeinsam mit Wien und Tirol."

Österreichweit gesehen liegen die Einkommen sowohl der Männer als auch der Frauen in Niederösterreich an drittletzter Stelle. Frauen verdienen um 8.035 Schilling brutto weniger als ihre männlichen Kollegen. (Männer: 23.900 Schilling, Frauen: 15.865 Schilling, die Differenz beträgt 1/3!).

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat die Einkommensveränderungen aber nicht nur nominell berechnet, sondern auch nach Abzug der Inflation (Inflationsrate 2000: 2,3 Prozent). Und hier zeigt sich, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Niederösterreich im Vorjahr real gesehen um 0,7 Prozent weniger brutto verdient haben als 1999! Dieser Reallohnverlust bei den Brutto-Gehältern ist in Niederösterreich ebenfalls etwas stärker als in Österreich.

Für AKNÖ-Präsident Staudinger sind diese Einkommenszahlen für das Jahr 2000 doppelt enttäuschend: "Die derzeitige Bundesregierung hat erstens die Steuerersparnis aus der Steuerreform der alten Koalition bereits Ende 2000 komplett aufgebraucht. Und zweitens zeigen die Brutto-Zahlen, dass die Wirtschaft den Arbeitnehmern im Jahr 2000 nicht einmal die Inflationsrate abgegolten hat, von Produktivitätssteigerungen ganz zu schweigen", so AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Auch mit der längerfristigen Einkommensentwicklung ist Staudinger nicht zufrieden: "Die Wirtschaft wächst viel stärker als die Einkommen der Beschäftigten. In den letzten 10 Jahren ist die Wirtschaft um 47% gewachsen, die Einkommen lediglich um 31 Prozent! Eine Analyse der Steigerungen bei den Istlöhnen und -gehältern zeigt, dass es immer seltener Überzahlungen der Kollektivverträge gibt. All diese Fakten machen deutlich, dass die Forderungen der Arbeitnehmervertretungen nach spürbaren Lohn- und Gehaltssteigerungen mehr als gerechtfertigt sind. Wer jetzt eine Zurückhaltung bei den Lohnrunden verlangt, will, dass die Beschäftigten neben den Preissteigerungen und den Milliardenbelastungen durch die Regierung nochmals bestraft werden!", meint der AKNÖ Präsident abschließend.

Details zur Untersuchung In der Einkommensstudie sind die Daten der Lehrlinge, der geringfügig Beschäftigten und der pragmatisierten Beamten nicht berücksichtigt. Das Medianeinkommen gibt an, dass 50 % weniger und 50 % mehr als den angegebenen Wert verdienen (ungleich dem arithmetischen Mittel). Teilzeitbeschäftigte Personen verzerren insofern das Ergebnis, als ihre Einkommen in der Statistik als Vollzeitkraft gezählt werden, obwohl sie kürzer arbeiten.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie können im Internet unter www.aknoe.at unter "Wirtschaftspolitik" abgerufen werden. Derzeit arbeiten die Experten der AK Niederösterreich an einer umfassenden Analyse der Einkommensentwicklung in den NÖ Bezirken. Diese wird Mitte Oktober fertig sein. Die Medienvertreter/innen werden selbstverständlich umgehend informiert.

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