Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Flügellahme Luftfahrtbranche

Utl.: Ausgabe vom 26. Sep. 2001=

Die Krise in der Luftfahrt nimmt irrwitzige Formen
an. "AUA: Einsparungen auch beim Personal", "Swissair kämpft ums Überleben", "Lufthansa muss ihre Flotte weiter reduzieren" - so eine Auswahl der Wirtschaftstitel im gestrigen "Standard". KTZ-Leser sind ebenfalls gut informiert: Praktisch allen europäischen Airlines geht es hundsmiserabel; in den USA verlieren 200.000 Mitarbeiter diverser Luftfahrtgesellschaften ihre - schlecht bezahlten - Jobs; der Flugzeughersteller Boeing beabsichtigt, 30.000 Arbeitnehmer zu entlassen.
Alles eine Folge des Terrors in den Staaten? Die unmittelbaren Auswirkungen auf das Fluggeschäft lassen sich nicht wegdiskutieren, doch ebenso klar ist, dass sich die geflügelte Branche selbst ins Trudeln gebracht hat. Der Verdrängungswettbewerb nimmt skurrile Ausmaße an, mündete in Gebarungen, denen auf Dauer kein gesundes und schon gar nicht ein angeschlagenes Unternehmen standhält. Exemplarische Preiskämpfe, verbunden mit sinnlosen Überkapazitäten, sind auch dafür verantwortlich, dass 90 Prozent der Passagiere entwürdigenden Reiseverhältnissen ausgesetzt sind. Menschenverachtend eng "bestuhlte" Maschinen, Verspätungen am laufenden Band, sichtlich gestresstes Personal in der Luft und auf dem Boden, viel Schmäh in der Werbung und blutstauender Sitz-"Komfort" an Bord - unter diesen und anderen inakzeptablen Zuständen hat die Mehrzahl der Economy-Klasse-Kunden zu leiden. Ob sich die Dinge nun ändern? Die Bestuhlung zu lockern, wäre Sache von lediglich ein paar Handgriffen; auf jeden Fall aber werden die Tickets teurer...

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI