AK: Knauserig mit eigenen Daten umgehen

AK-Folder Datenschutz informiert über Rechte und gibt Tipps

Wien (AK) - Konsumenten sollen mit ihren eigenen Daten sparsam umgehen, raten die AK-Verbraucherschützer. Eine AK-Studie aus dem Vorjahr zeigt: Jeder Österreicher kommt in rund 100 Datenbanken vor. Die Anzahl der Datensammlungen allein ist nicht bedrohend für den Datenschutz, sagen die AK-Konsumentenschützer, sondern es gibt "neue Gefahren", wie zB zunehmende Vernetzung, Fusionen oder statistische Datenanalysen. Daher sollen Verbraucher immer nur die für einen Geschäftsabschluss notwendigen Angaben machen und grundsätzlich keine Zustimmung zur Weitergabe ihrer Daten erteilen. Denn geschützt sind nur jene Daten, die Konsumenten nicht hergeben. Ein neuer AK-Folder Datenschutz informiert Konsumenten über ihre Rechte, zeigt Beispiele, wie der Datenschutz im Alltag aussieht und gibt Tipps. Sie können den Folder kostenlos anfordern: Bestelltelefon: 310 00 10 340; E-Mail:
bestellservice@akwien.or.at; Fax: 501 65 2689. ****

Konsumenten sollen sorgsam mit ihren Daten umgehen, rät die AK. Denn die sorglose Weitergabe der Daten kann viele Nachteile haben:
+ Werbezusendungen können zu einer massiven Belästigung werden.
+ Veraltete Datenbestände können ein völlig falsches Bild einer Person zeigen.
+ Unternehmer sind in Vertragsverhandlungen überlegen, wenn sie die finanzielle, familiäre und berufliche Situation des Kunden kennen. + Elektronisch verknüpfte Einzeldaten ergeben ein Datenprofil, das sehr tiefe Einsichten in die Lebensverhältnisse gewähren kann. Wer zB einmal in die Liste unerwünschter Kontoverbindungen geraten ist, hat es schwer, als Vertragskunde einer Bank akzeptiert zu werden.

Dürfen Konsumentendaten weiter gegeben werden?
Daten dürfen nur weiter gegeben werden, wenn der Konsument zugestimmt hat. Es ist aber zulässig, dass ein Vertragspartner die Daten jemand anderem weitergibt, wenn zB Ansprüche des Konsumenten durchgesetzt werden müssen.
Bei der Datenermittlung hat der Auftraggeber den Konsumenten über seine Identität und den Zweck der Verarbeitung zu informieren. Hat der betroffene Konsument zB ein Widerspruchsrecht muss umfassender informiert werden.

Woher hat eine Firma meine Daten?
Adressverlage und Direktwerbefirmen werben oft damit, mehr als fünf Mio Adressen mit ca 50 Merkmalen zu besitzen. Diese Informationen stammen aus öffentlichen Quellen, zB Telefonverzeichnissen, eigenen Recherchen, zB Gewinnspielen, und Kundendateien anderer Unternehmen, erklären die AK-Konsumentenschützer. Unternehmen mit Kunden- und Interessentendateien dürfen an Adresshändler und Direktvermarkter den Namen und Titel des Konsumenten, seine Anschrift, Geburtsjahr, Beruf und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Interessenten- bzw Kundengruppe weitergeben.
Der Konsument kann vom Werbeversender die Löschung seiner Daten verlangen. Außerdem kann er Firmen die Weitergabe seiner Kundendaten untersagen. Nach einer Eintragung in die Robinsonliste darf keine persönlich adressierte Werbung mehr im Postkasten landen. Dazu reicht ein einfaches Schreiben (unter Angabe der genauen Anschrift) an den Fachverband Werbung.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Erteilen Sie grundsätzlich keine Zustimmung zur Weitergabe Ihrer Daten. Gehen Sie mit Ihren Daten sorgsam und zurückhaltend um.
+ Wenn Sie wissen möchten, wer welche Daten über Sie gespeichert hat, wenden Sie sich direkt an den Datenverarbeiter.
+ Sehen Sie im Datenverarbeitungsregister nach, wer welche Daten über Sie gespeichert hat. Standarddaten bei Massengeschäften sind nicht meldepflichtig.
+ Wenn Sie eine schriftliche Auskunft über Ihre Daten verlangen, muss der Datenverarbeiter Sie über Art, Herkunft, Empfänger, Zweck, eventuell beigezogene Dienstleister und Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung informieren.
+ Untersagen Sie dem Datenverarbeiter (schriftlich) eine Weitergabe Ihrer Daten an andere Unternehmen.
+ Für Beschwerden gegen Datenverarbeiter ist die Datenschutzkommission im Bundeskanzleramt zuständig.
+ Sie müssen nur für den Vertragsabschluss notwendige Daten weitergeben, darüber hinaus gehende Daten können Sie verweigern.
+ Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Verträgen und die Bestellformulare genau durch. Streichen Sie Klauseln wie "Ich bin mit der Weitergabe meiner Daten einverstanden".
+ Vermeiden Sie Gewinnspiele - diese dienen nur der Datensammlung.
+ Bekommen Sie unerwünschte Werbetelefonate, SMS oder E-Mails können Sie sich bei den Fernmeldebehörden oder der Rundfunk- und TelekomregulierungsGmbH beschweren. Die Verwaltungsstrafen machen bis zu 500.000 Schilling aus.

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AK Wien Presse Doris Strecker

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