Pressestimmen/Vorausmeldung/Wirtschaft

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Konjunktur auf Zuruf?

Utl.: Ausgabe vom 25. Sep. 2001=

Die Weltwirtschaft kränkelt. Sagen die Optimisten.
Realisten sprechen eine andere Sprache: Die Weltwirtschaft ist ernstlich erkrankt. Wahr ist: Das dem Crash zusteuernde US-Szenario hat die EU-Konjunktur angehüstelt - und ihre ersten Rezessionsbazillen über den großen Teich gepustet. Ob die Krankheit derart schwerwiegend ist, dass sich Europa mehr als eine Krise holt -darüber dürfen Ökonomen spekulieren.
Sicher ist so viel: Die Konjunkturprognosen bedienen sich einer düsteren - ja, einer tiefschwarzen - Diktation. Das "worst case"-Szenarie prognostiziert für die Eurozone mittlerweile ein negatives Wachstum. Um genau zu sein: Das Bruttoinlandsprodukt könnte auf minus 0,5 Prozent sacken.
Nun also droht das Konjunkturdilemma. Dem mahnenden Zeigefinger des österreichischen Wirtschaftsministers zum Trotz. Martin Bartenstein nämlich hat noch am Samstag drohend erklärt: "Redet keine Rezession herbei!" Gerade so, als würde unser ehrfürchtiges Schweigen das Minus flugs ins Plus verkehren...
Der gute Mann dürfte zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch nicht seine "Hausaufgaben erledigt haben" (wie seine Koalitionsfreunde ja stereotyp fordern). Hätte er nämlich, wüsste er, dass die Konjunktur weit komplexeren Zusammenhängen folgt als den rot-weiß-roten Zwischenrufen. Auch weit komplexeren, als dass sich die Wirtschaftskurve auf eine ÖGB-Urabstimmung reduzieren ließe. Doch das ist eine andere Bartenstein-Geschichte. Eine andere, aber nicht weniger absurdere.

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI