"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Keks" (Von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 25. 9. 2001

Graz (OTS) - Es gibt Sätze, die man seit dem 11. September nicht mehr hören kann, weil sie, täglich wiedergekäut, keinen Nährwert mehr besitzen. Einer davon: "Die Welt wird nicht mehr sein, wie sie einmal war." - Ist mittlerweile in allen Sprachen zu haben.

Einen anderen Stehsatz gibt es nur auf Österreichisch: Im Kampf gegen den Terrorismus kann es keine Neutralität geben.

Kein Politiker, der die Phrase nicht bereits vor sich her gedroschen hätte.

Dass man selbst beim Nichtssagen noch inhaltlich Verwirrung stiften kann, zeigen die Hülsenfrüchte, die uns Alexander Van der Bellen serviert hat.

Auch der Grünen-Chef tönte anfangs: Keine Neutralität gegen Terroristen! Und: "Selbstverständlich Solidarität mit den USA!" Überflügen zuzustimmen, also nicht auch noch im Weg zu stehen: kein Problem. Der UNO-Sicherheitsratsbeschluss reiche.

Tage später war alles anders. Der Luftraum, so Van der Bellen, müsse dicht bleiben, da Überflüge Teil eines "Vergeltungskrieges" seien. Die Debatte gehe ihm "auf den Keks".

Und uns seine Positionslosigkeit. Auch gegen die gibt's bald keine Neutralität mehr. ****

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