Fischer: Rekordwerte für Volkshochschulen im Jahr 2000

Fischer gegen Verländerung der Erwachsenenbildung

Wien (SK) Trotz verschlechterter Rahmenbedingungen konnten die österreichischen Volkshochschulen im Jahr 2000 Rekordwerte erzielen, teilte der Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), Nationalratspräsident Heinz Fischer am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit VÖV-Generalsekretär Wilhelm Filla mit. Das sei eine große Anerkennung für den unschätzbaren Beitrag, den die Volkshochschulen zum lebenslangen Lernen leisten. Fischer richtete an die Regierung den Appell, die im Rahmen der Volkshochschulen angebotenen Kurse für Deutsch als Fremdsprache finanziell zu unterstützen. Er forderte zudem, dass es zu keiner Verländerung der Erwachsenenbildung kommen dürfe, sondern diese Bundessache bleiben müsse. ****

Mit 46.798 durchgeführten Kursen und Lehrgängen (plus vier Prozent gegenüber dem Jahr zuvor) und 507.704 Teilnahmen (plus zwei Prozent Steigerung gegenüber 1999) konnte das bisher beste Ergebnis in der Geschichte der Volkshochschulen erreicht werden, informierte der VÖV-Präsident. Besonderen Wert würden die Volkshochschulen auf Sprachenbildung legen, wie dies in einer Resolution des VÖV zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September im Jahr des Sprachenlernens 2001 zum Ausdruck kommt. Jährlich würden rund 122.000 Interessierte Sprachkurse der Volkshochschulen besuchen, zu 60 verschiedenen Sprachen würden rund 12.000 Sprachkurse abgehalten. Die Volkshochschulen seien damit die größte Sprachenschule des Landes, betonte Fischer.

Die Volkshochschulen würden jedoch nicht nur Österreichern Fremdsprachenkurse anbieten, sondern auch ein breites Angebot von Kursen für Deutsch als Fremdsprache anbieten. Damit würde ein unschätzbarer Beitrag zur Integration von Ausländern geleistet.

Um den Beitrag der Volkshochschulen zur Realisierung des Ziels der Europäischen Union, die Mehrsprachigkeit der Europäer zu forcieren, bedürfe es einer verstärkten materiellen Förderung der Volkshochschulen durch den Bund, aber ebenso durch Länder und Gemeinden. Derzeit mache die Bundessubvention weniger als drei Prozent vom Gesamtbudget der Volkshochschulen aus, die Länder und Gemeinden würden höchst unterschiedlich fördern. Während Wien pro Einwohner rund 168 Schilling für die Volkshochschulen ausgebe, seien dies in Oberösterreich 1,26 Schilling, in Kärnten 2,26 Schilling und in Niederösterreich 1,75 Schilling. Nicht zuletzt aufgrund der länderweise sehr unterschiedlichen Förderung spricht sich der VÖV-Präsident gegen eine Verländerung der Erwachsenenbildung aus. Das sei nicht im Interesse der Betroffenen. "Ein Abmelden des Bundes aus der Erwachsenenbildung können wir nicht akzeptieren", machte Fischer klar.

Die große Zahl von Vereinen habe zur Folge, dass die Vermittlung von Führungskenntnissen für Vereine notwendig sei, wodurch sich ein weiteres Betätigungsfeld für die Volkshochschulen auftue. Der VÖV möchte daher auch bei der Reform des Vereinsgesetzes miteingebunden sein, so Fischer. Grundsätzlich erachtet der VÖV-Präsident eine Reform als notwendig, jedoch müsste diese Erleichterungen bringen und nicht ein Mehr an Bürokratie.

Bemerkenswert sei, so VÖV-Generalsekretär Filla, dass die Teilnahmen im Fachbereich "Wirtschaft und Verwaltung", in dem vor allem EDV-und Telekommunikationskurse angeboten wurden, von 1999 auf 2000 um 37,5 Prozent auf 52.263 Teilnahmen gestiegen seien. Im Bereich des zweiten Bildungsweges konnte eine Steigerung von 20,2 Prozent auf 13.869 Teilnahmen erzielt werden. (Schluss) ps

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