Fallfrist für Registrierung von Biozidprodukten rückt rasch näher

Wirtschaftskammer informiert über Konsequenzen für österreichische Betriebe - Internationale Fachtagung in Wien

Wien (PWK672) - Eine Bilanz des seit einem Jahr gültigen österreichischen Biozidgesetzes sowie der aktuellen Situation im europäischen Biozidprodukte-Recht zogen heimische und internationale Experten und Behördenvertreter bei einer Informationsveranstaltung in der Wirtschaftskammer Österreich. Dabei ging es vor allem um die nach der neuen Rechtslage notwendige Notifikation von alten Wirkstoffen. Diese muss bis längstens 28. März 2002 erfolgen.

Nur wenn diese Frist eingehalten wird, kann der entsprechende Wirkstoff bzw. das damit bestückte Produkt weiterhin vermarktet und verkauft werden. Da der Aufwand für die Notifizierung, speziell für die Beibringung aller erforderlicher Daten, sehr umfassend ist, dürften viele der derzeit verkauften Wirkstoffe vom Markt verschwinden, wenn nicht rasch gehandelt wird, fürchtet der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, Doz. Stephan Schwarzer.

Damit verbunden wäre in weiterer Folge auch eine nicht unerhebliche Bereinigung der Produktpalette. "Es droht ein Kahlschlag bei Biozid-Produkten in den nächsten Jahren". Betroffen wären davon vor allem Klein- und Mittelbetriebe. Bekräftigt wurden diese Befürchtungen durch die bei der Tagung geäußerten Expertenmeinungen.

Österreich ist in erster Linie ein Land der Importeure und Händler bzw. Weiterverarbeiter von Biozidprodukten bzw. -wirkstoffen. Wirkstoffhersteller gibt es hier zu Lande nur wenige. "Daher werden die Konsequenzen in Österreich in erster Linie darin bestehen, dass viele Produkte vom Markt verschwinden werden und mit ihnen voraussichtlich auch einige Firmen, falls diese nicht rechtzeitig reagieren", warnt der Chemierechts-Experte der Wirtschaftskammer, Robert Feierl.

Bei dem Experten-Hearing informierten die Fachleute von Umweltministerium, Europäischem Chemikalienbüro, der OECD sowie aus Wirtschaftskammer und Fachverband der Chemischen Industrie im Einzelnen u.a. über die Notifikation von alten Wirkstoffen mittels neuer Software, über das Prozedere bei der Aufnahme von Wirkstoffen in die Anhänge I und Ia der Biodzid-Produkte-Richtlinie sowie über die Aktivitäten der OECD im Bereich der Biodzidprodukte. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Abteilung für Umweltpolitik
Mag. Robert Feierl
Tel.: (01) 50105-4393

Wirtschaftskammer Österreich

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