Österreichs Kreditwirtschaft lehnt EU-Verordnung zu Auslandsüberweisungen ab

Syndikus Pichler: Untaugliches Mittel zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs - Preis-/Leistungsverhältnis für den Kunden in Österreich günstig

Wien (PWK671) - Die österreichische Kreditwirtschaft lehnt die von der Europäischen Kommission geplante Verordnung zur Preisfestsetzung beim Auslandszahlungsverkehr ab, weil sie den Marktmechanismen widerspricht und Kostenfaktoren negiert. "Die Kommission sollte vorrangig darum bemüht sein, die Arbeiten zur Entwicklung einheitlicher Standards für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr im EU-Binnenmarkt zu fördern", betonte der Syndikus der Bundessektion Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich, Herbert Pichler, anlässlich der heutigen Konferenz "Zahlungen in Euro im Binnenmarkt" in Brüssel.

Zu der neuen von der Europäischen Kommission bei dieser Konferenz präsentierten Studie über den Auslandzahlungsverkehr stellt der Syndikus fest, dass alle bisherigen Untersuchungen gezeigt haben, dass das Preis-/Leistungsverhältnis für den Kunden in Österreich vergleichsweise sehr günstig ist. Preissprünge seit 1999 fördern aber Zweifel an der Repräsentativität und Vergleichbarkeit in der Kommissionserhebung. Wie die neueste Studie zeigt, liegt Österreich bei der Zahlungssicherheit bei 100 % und bei der Überweisungsdauer mit durchschnittlich 2,37 Arbeitstagen im Spitzenfeld.

Solange die Zahlungssysteme in den 15 EU-Staaten derart unterschiedlich sind und keine einheitliche Anwendung von Standards und Normen erreicht wird, könne es keine wirklichen Verbesserungen geben, kritisiert Pichler: "Nur eine Vereinheitlichung der technischen Standards und Normen und eine Verringerung der Kosten kann die notwendigen Fortschritte im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr bringen. Eine Preisregelung, die Kostenfaktoren nicht berücksichtigt und gegen marktwirtschaftliche Grundsätze mit allen Beispielsfolgen verstößt, ist hier nicht sehr hilfreich und wird von der Kreditwirtschaft als falscher Weg abgelehnt." (Ne)

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Bundessektion Banken und Versicherung
Dr. Herbert Pichler
Tel.: (01) 50105-3131

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