ARBÖ: Wieder hätte der Sicherheitsgurt Leben retten können

Kindersicherheit im Auto wird oft vernachlässigt

Wien (ARBÖ) - Vergangene Woche verunglückten im Straßenverkehr 11 Personen tödlich, davon waren vier nicht angegurtet. Durch konsequente Verwendung von Gurt und Kinderrückhaltesystemen könnten Menschenleben gerettet werden und schwere Verletzungen verhindert werden, so die ARBÖ-Verkehrsexperten.

Heuer verloren laut Unfallstatistik bereits 671 Menschen ihr Leben, davon waren 77 Pkw-Insassen nicht angeschnallt. Die Gurtbenutzungsquote ist nach wie vor noch immer erschreckend gering. In Österreich ist jeder vierte ohne Gurt unterwegs, rund ein Drittel der Kinder fährt völlig ungesichert mit. Hinzu kommt, dass viele Autolenker und Mitfahrer glauben, sich nicht anschnallen zu müssen, da ihr Auto ohnehin über einen Airbag verfügt. Das ist ein Irrtum, denn der Airbag funktioniert nur in Kombination mit dem Gurt als Lebensretter, so die ARBÖ-Verkehrsexperten.

Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist für große und kleine Gurtenmuffel neunmal so hoch wie für Angegurtete. Daher ist es lebenswichtig immer richtig angeschnallt unterwegs zu sein:
*Achten Sie darauf, dass die Gurtbänder nicht verdreht sind. *Achten Sie auf den korrekten Sitz des Beckengurtes - er muss über dem Becken und nicht über dem Bauch liegen.
*Gurt nach dem Anlegen so nachziehen, dass Becken- und Schultergurt eng am Körper anliegen.
*Der oberste Verankerungspunkt muss so eingestellt werden, dass der Gurt den Hals nicht berührt.

Kindersitz ist Pflicht

Seit 1994 sind Lenker in Österreich verpflichtet auf die richtige Absicherung mitbeförderter Kinder zu achten. Seit 1999 muss für jedes mitfahrende Kind ein eigener Sitzplatz und eine der Größe sowie dem Gewicht des Kindes entsprechende Rückhalteeinrichtung vorhanden sein. Rückhalteeinrichtungen sind mit einem Genehmigungszeichen gekennzeichnet, auf das man unbedingt achten sollte, so die ARBÖ-Verkehrsexperten.

Die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht kann sogar gegen einen Elternteil Regressforderungen des Versicherers begründen. Der ARBÖ appelliert daher: "Erwachsene sollten mit gutem Beispiel vorangehen und immer angeschnallt unterwegs sein."

Die wichtigsten Kindersitz-Tipps auf einen Blick:

*Kindersitzpflicht für Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 150 cm sind. Alle anderen Fahrzeuginsassen müssen die serienmäßigen Sicherheitsgurte verwenden.
*Für jedes Kind ein eigener Sitzplatz im Auto
*Keine "Reboardsysteme" auf Sitzen mit aktivem Airbag
*ECE 44/03 ist die aktuelle europäische Prüfnorm für Kindersitze *Immer auf die richtige Gewichtsgruppe achten
*Montage- und Sitzprobe vor dem Kauf mit Kind und Auto
*Kindersitze immer auch auf kurzen Strecken verwenden
*Als Erwachsener mit gutem Beispiel vorangehen und sich immer angurten
*Der sicherste Platz im Auto ist hinten in der Mitte, wenn die entsprechenden Gurte für den Kindersitz vorhanden sind *Verantwortlich für Ausrüstung und Verwendung der Sicherheitseinrichtungen ist der Lenker/die Lenkerin des Fahrzeuges. *Bei Nichtbeachten dieser Regelungen drohen Geldstrafen, eine teilweise Leistungsfreiheit der Versicherungen und sogar ein Strafverfahren, wenn ein Kind verletzt wird.

"Nach einem Verkehrsunfall sollten die Kindersitze fachmännisch überprüft und gegebenenfalls ausgewechselt werden. Denn durch die Wucht bei einem Crash wird das Material derart beansprucht, dass erneuter Schutz eventuell nicht mehr gegeben ist. Auch die alten Sicherheitsgurte, sofern sie durch die Kollision stark beansprucht wurden, sind durch neue zu ersetzen", so die ARBÖ-Verkehrsexperten abschließend.

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