Pressestimmen/Vorausmeldung/Terror "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Bushs neue Weltordnung

Ausgabe vom 22. Sept. 2001 Klagenfurt (OTS) - Bushs neue Weltordnung. Der amerikanische Präsident George W. Bush hat in seiner Rede in der Nacht auf gestern in erster Linie eine neue Weltordnung ausgerufen. Amerika hat ihm uneingeschränkt und unter Hintanstellung jeglicher Opposition dafür Standing Ovations gezollt. Die Welt ist wieder überschaubar. Im "Kampf der Welt" stehen sich klar voneinander geschieden "Freiheit und Furcht" gegenüber. Noch kann sich jedes Land entscheiden, wo es stehen will: "Entweder mit uns oder mit den Terroristen." Nicht-entscheiden gibt es nicht, verhandeln auch nicht. Was Bush hier der Welt unterbreitet, ist keine Option, sondern ein Ultimatum. Für die Verteidigung der Freiheit ist Bush gewillt "jede notwendige Waffe des Krieges einzusetzen". Was dabei am meisten auffällt, ist aber, dass der amerikanische Präsident beim Entwurf seiner neuen Weltordnung völlig auf die Vereinten Nationen und den UNO-Sicherheitsrat vergessen hat. Sie kommen in der Welt des George W. Bush nicht mehr vor. Und auch die ausgewiesenen Freunde der USA erfuhren eine Zurücksetzung in die zweite Reihe dadurch, dass nur noch Großbritannien als "bester Freund" in der neuen Weltordnung firmiert. Bush ist es sicher vorrangig um eine klare und allgemin verständliche Botschaft im eigenen Land gegangen. Das hat der Präsident bravorös bewältigt. Und die Botschaft an den internationalen Terror ist so eindeutig, wie sie zu sein hat. Doch die Botschaft an Amerikas Freunde ist verheerend. Bushs Rede hat die Welt nicht überschaubarer gemacht, sondern weiter verdunkelt.

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