Schulautonomie darf nicht familienfeindlich sein! Herbstferien nicht zu Lasten der Arbeitnehmer/-innen

Linz (AKO) "Das ist eine Katastrophe für Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten", kommentiert AK-Präsident Hubert Wipplinger die Art und Weise, wie der neue geschäftsführende Präsident des Landesschulrats, Fritz Enzenhofer, überfallsartig und im Alleingang Herbstferien in Oberösterreich einführen will.

Ohne schulpartnerschaftliche Beratung im Kollegium des Landesschulrats hat Präsident Enzenhofer die Schulen aufgefordert, drei Tage hintereinander (29. bis 31. Oktober) unterrichtsfrei zu beschließen, damit unter Einzählung der Feiertage (Nationalfeiertag, Allerheiligen, Allerseelen) und der Wochenenden in Summe zehn Tage schulfrei wären.

Profitieren würden von diesem Vorstoß von Landesschulratspräsident Enzenhofer, der noch immer Präsident des christlichen Lehrervereins ist, in erster Linie die Lehrer. Negativ betroffen sind vor allem Arbeitnehmer, die ihren Urlaub nicht beliebig ausweiten können und ohne Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder sind, ganz besonders alleinerziehende Eltern.

Der Leiter der AK-Bildungsabteilung, Dr. Fritz Bauer, hat in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit, über unterrichtsfreie Tage schulautonom zu entscheiden, für berufstätige Eltern, die ihre Kinder an verschiedenen Schulen haben, eine mehrfache Belastung bei der Kinderbetreuung an unterrichtsfreien Tagen bringen kann. Mit dem Vorstoß von Präsident Enzenhofer für zehntägige Herbstferien ist der Grundsatz, zwischen den Interessen der Schulpartner ausgewogen zu vermitteln, verlassen worden.

Die AK verlangt eine rechtzeitige und eingehende Diskussion von Sinn und Möglichkeiten von Herbstferien und - im Falle einer Einigung - eine landesweite Regelung und die Bereitstellung von kostenlosen, ganztägigen Betreuungsstrukturen (Horte) zumindest für die Kinder jener beruftätigen Eltern, die in dieser Zeit arbeiten müssen.

Die Vorgehensweise von Präsident Enzenhofer, kurzfristig und ohne Konsultationen der Schulpartner im Kollegium des Landesschulrats zu einer "schulautonomen" Beschlussfassung über zehntägige Herbstferien aufzufordern, ist völlig unzumutbar. Dieser Profilierungsversuch des neuen Präsidenten, der den Rollenwechsel vom Lehrervertreter zum Präsidenten des Landesschulrats offenbar noch nicht ganz verkraftet hat, soll auf den Rücken der Arbeitnehmer stattfinden, die in kürzester Zeit zusätzlichen Urlaub bekommen und/
oder Kinderbetreuung organisieren müssten.

"Jetzt ist Landeshauptmann Pühringer gefordert, seinem neuen geschäftsführenden Präsidenten die Spielregeln der Schulpartnerschaft nahe zu bringen", fordert Präsident Wipplinger. "Er hat dafür zu sorgen, dass Geschenke an Lehrer nicht auf den Rücken anderer Arbeitnehmer gemacht werden."

Rückfragen & Kontakt:

Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

Arbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO