Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Terror "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Macht heißt nicht Sieg

Ausgabe vom 19. Sept. 2001 Klagenfurt (OTS) - Macht heißt nicht Sieg - Eine Supermacht beginnt, ihre Ohnmacht zu begreifen: Die USA - bis zum Schicksalstag 11. September 2001 ihrer Unverwundbarkeit ebenso wie ihrer militärischen Größe sicher - müssen sich jene Absurdität begreiflich machen, die ihren angekündigten Feldzug gegen den Terrorismus als Fiasko enden lassen könnte. Denn: militärische Stärke heißt nicht zwangsläufig Sieg. "Cruise Missiles treffen keine Leute, die im Schatten arbeiten." US-Verteidiungsminister Donald Rumsfelds Erkenntnis ist erster und eindringlicher Zeuge der Macht, mit der man keinen Krieg gewinnt. Macht, pervertiert zur Absurdität ... Eine Absurdität, die vor Jahrzehnten die Rote Armee der damaligen Sowjetunion eines Besseren belehrte: Zehn Jahre versuchte die Supermacht UdSSR das vermeintliche Leichtgewicht Afghanistan zu bezwingen. Zehn Jahre, die mit 14.000 getöteten sowjetischen Soldaten und dem beschämenden Rückzug der Roten Armee endeten. Das militärische Leichtgewicht zwang den Invasor in die Knie - ohne schweres Kriegsgerät. Amerika hätte die Option, Luftangriffe gegen den Feind zu fliegen. Luftangriffe, die nicht mehr wären als blinde Zerstörungslust. Blindwütige Rache. Sie würden ein Land zerbomben, das - nach zwei Jahrzehnten Krieg - ohnehin einer Ruinenstätte gleicht. Was man träfe, wären die Lehmhütten Tausender Menschen, die die Terrorangriffe in den USA (vielleicht) ebenso verdammen wie es die westliche Welt tut. Die Wurzel des Übels ausrotten - den wahren Feind zu treffen - wird kein Luftangriff zustande bringen.

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