EHRENZEICHEN AN VERDIENTE VOLKSANWÄLTE Korosec, Krammer und Schender erhalten Auszeichnungen

Wien (PK) - Nationalratspräsident Heinz Fischer hat heute Nachmittag den drei ehemaligen Volksanwälten Ingrid Korosec, Christa Krammer und Horst Schender hohe Auszeichnungen überreicht. Krammer und Schender erhielten dabei das Grosse Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich, Korosec wurde mit dem Grossen Silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

An dem Festakt nahmen die drei amtierenden Volksanwälte Kostelka, Bauer und Stadler, der Präsident des Bundesrates Schöls, die Klubobleute Cap, Westenthaler und Khol sowie zahlreiche Abgeordnete teil.

DEM EINZELNEN BÜRGER GEHOLFEN

In seiner Ansprache würdigte Fischer die drei Ehrengäste als "ausgezeichnete Persönlichkeiten", denen er für ihre verdienstvolle Tätigkeit nun Ehrenzeichen überreichen dürfe, worüber er sich sehr freue. Alle drei seien mit "Leib und Seele" Volksanwälte gewesen und hätten ihre Aufgabe mit "grossem Engagement" bewältigt. Es sei ihnen gelungen, dem einzelnen Bürger zu helfen, und damit sei man dem Zweck der Volksanwaltschaft gerecht geworden.

Fischer erinnerte an die Geschichte der Volksanwaltschaft, die als einzige nennenswerte Institution der Republik nicht bereits in der Verfassung von 1920 festgeschrieben worden sei. Vielmehr habe auf Basis skandinavischer Erfahrungen in den 60er Jahren eine Diskussion begonnen, ein solches Instrumentarium auch in Österreich zu verankern, wobei damals noch die Idee einer Volksanwaltschaft ebenso angedacht worden war wie die Institution eines Ombudsmannes oder eines eigenen Ausschusses.

1977 habe der Nationalrat dann einstimmig die verfassungsrechtliche Basis für die Volksanwaltschaft geschaffen, und man könne mittlerweile sagen, die Einrichtung habe sich bewährt. Auch die Ausweitung auf die Bundesländer sei ein positiver Schritt gewesen. Wichtig war es, für diese gute Institution auch die geeigneten Persönlichkeiten zu finden, und auch dies sei stets gelungen.

Der Präsident würdigte die drei ehemaligen Volksanwälte und ging auf ihren Lebensweg und ihre Verdienste ein, ehe er ihnen die Ehrenzeichen überreichte.

Für die Geehrten sprach Horst Schender Dankesworte für diese "hohe Auszeichnung durch die Republik". Alle drei hätten sich während ihrer Amtszeit bemüht, möglichst nahe an den Bürger heranzukommen und ihm bei seinen Problemen zu helfen. Es sei den Volksanwälten aber auch darum zu tun gewesen, Lösungen zur Beseitigung von Missständen zu erarbeiten, und dazu habe es die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Nationalrat und mit den Behörden gebraucht. Das einmütige Auftreten in der Öffentlichkeit und die gute Zusammenarbeit untereinander seien ebenfalls Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bewältigen der Arbeit gewesen, weshalb er, Schender, sich auch bei seinen ehemaligen Kolleginnen herzlich bedankte.

DREI ENGAGIERTE PERSÖNLICHKEITEN

Ingrid Korosec wurde am 22. November 1940 in Böheimkirchen geboren und absolvierte nach Volks- und Handelsschule eine Handelsakademie. Nach der Matura studierte sie einige Semester Volkswirtschaft, ehe sie in die Firma ADEG eintrat, wo sie zunächst im EDV-Bereich tätig war, ehe sie 1982 Zentralbetriebsratsvorsitzende wurde.

Ein Jahr später avancierte sie zur Wiener Landtagsabgeordneten, zu Beginn der XVII. Gesetzgebungsperiode im Dezember 1986 zog sie in den Nationalrat ein, wo sie bis zu ihrem Amtsantritt als Volksanwältin im Sommer 1995 verblieb. Von 1991 bis 1995 war Korosec überdies Generalsekretärin der ÖVP. Seit April 2001 vertritt Korosec ihre Partei wieder im Wiener Landtag.

Christa Krammer kam am 22. Juni 1944 in Deutschkreutz zur Welt und studierte nach der Matura an der Handelsakademie Eisenstadt in Wien Staatswissenschaften. 1972 promovierte sie zum Doktor rer. pol. und trat in den Dienst der Genossenschaftlichen Zentralbank ein. 1976 wurde sie Lehrerin an der Handelsakademie Oberpullendorf, deren Direktorin sie ab 1985 war.

1986/87 war sie vom Burgenländischen Landtag in den Bundesrat entsandt, im Oktober 1987 wurde sie unter Landeshauptmann Sipötz Mitglied der Burgenländischen Landesregierung, eine Funktion, die sie auch unter Landeshauptmann Stix weiter ausübte.

Im März 1994 holte sie Bundeskanzler Vranitzky als Gesundheitsministerin in sein Kabinett. Dieses Amt übte sie bis Januar 1997 aus, woraufhin sie Nationalratsabgeordnete wurde. Im Januar 1999 löste sie ihre "Landsfrau" Evelyn Messner als Volksanwältin ab, in welcher Aufgabe Krammer bis Juni 2001 verblieb.

Horst Schender wurde am 16. August 1938 in Linz geboren und absolvierte eine Lehrerausbildung. Ab 1960 war er geprüfter Volksschullehrer und gehörte der Freiheitlichen Lehrerorganisation an. Seit 1960 war er Obmann des RFJ Oberösterreich, seit 1967 gehörte er dem ÖVP-Landesparteivorstand an. 1972 wurde Schender Landesparteiobmann der FPÖ und wechselte ein Jahr später vom Linzer Gemeinderat, dem er von 1967 an angehört hatte in den Oberösterreichischen Landtag.

1976 wurde Schender unter Friedrich Peter stellvertretender Bundesparteiobmann der FPÖ, und nach dem überraschenden Rücktritt von Alexander Götz als Nachfolger Peters war Schender von Dezember 1979 bis März 1980 geschäftsführender Obmann seiner Partei. Danach war er unter Norbert Steger und Jörg Haider wieder stellvertretender FPÖ-Vorsitzender, ehe er am 1. Juli 1989 in die Volksanwaltschaft wechselte, in der er in der Folge durch zwölf Jahre hindurch tätig war. Schender war überdies acht Jahre lang Obmann des Freiheitlichen Bildungswerkes. (Schluss)

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