Dynamische Industriepolitik als Wachstumsimpuls

Wien (BMWA/OTS) - Eine Beschleunigung des Strukturwandels soll Österreichs Wirtschaftswachstum aufrecht erhalten. Zusätzliche Wachstumsimpulse soll eine dynamische Industriepolitik in Richtung Strukturwandel und technologischer Entwicklung schaffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) über das österreichische "Struktur-Performance-Paradoxon", die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Auftrag gegeben wurde.***

Das Paradoxon ergibt sich aus zwei widersprüchlichen empirischen Befunden über die Leistungsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft:
Einerseits weisen zahlreiche makroökonomische Indikatoren auf eine im historischen Verlauf günstige Entwicklung der Volkswirtschaft hin, andererseits zeigen Befunde auf Branchen- und Sektorebene, dass die Produktionsstrukturen von einem Übergewicht traditioneller, bestenfalls als mittlere Technologiesegmente klassifizierter Industriezweige geprägt sind.

Die Studie des WIFO - sie stützt sich auf Zahlenmaterial bis einschließlich 1999 - belegt, dass technologieorientierte Branchen international überdurchschnittliches Nachfrage- und Produktivitätswachstum aufweisen und dass der Strukturwandel in Richtung technologie- und humankapitalintensiver Branchen einen positiven gesamtwirtschaftlichen Einfluss auf Wachstum und Einkommensniveau ausübt. Die österreichische Wirtschaft ist vorwiegend auf Branchen mittlerer bis niedriger Technologieniveaus spezialisiert. In den technologieorientierten Branchen ist Österreichs Anteil an der Wertschöpfung der Europäischen Union von 1,70% im Jahr 1998 mit Abstand am geringsten, während z.B. der Anteil in typisch arbeitsintensiven Branchen bei 3,56% liegt. Der durchschnittliche Anteil für die gesamte Sachgütererzeugung beträgt 2,75%. Innerhalb dieser traditionellen Produktionsstrukturen ist Österreich jedoch auf qualitativ hochwertige Segmente spezialisiert und konnte sich daher in der Vergangenheit gut behaupten. Im Vergleich der langfristigen Entwicklung von 1970 bis 1999 wuchs das reale BIP pro Kopf in Österreich um durchschnittlich 2,7% pro Jahr und damit stärker als in der EU (2,4%) bzw. in Deutschland (2,2%).

Gerade in Zeiten einer geringeren konjunkturellen Dynamik schafft eine aktive Industrie- und Strukturpolitik neue Wachstumsimpulse. Die in der Studie empfohlenen Schwerpunkte für eine moderne und auf Strukturwandel gerichtete Industriepolitik werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bereits schwerpunktmäßig beachtet. Dazu zählen aktive Unterstützung und Hilfestellungen im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung, bei der Anhebung der Investitionen für Forschung und Entwicklung, für die Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, für die Voraussetzungen einer flexiblen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte sowie für den Aufbau eines leistungsfähigen und mit Unternehmen interaktionsfähigen Forschungssystems. Weitere Maßnahmen werden bei der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung und durch die Reform der Wettbewerbspolitik gesetzt. Nicht zuletzt gehören auch Erleichterungen für den Zugang zu gewerblichen Tätigkeiten und freien Berufen sowie eine Cluster-orientierte Zusammenarbeit von Industrie-, Technologie- und Regionalpolitik dazu.

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