Rieder und Nettig: Wien erhöht Wirtschaftsförderung

"Sichern Zukunfts-Standort Wien - ohne auf die lokalen Bedürfnisse der Wiener zu vergessen"

Wien, (OTS) "Wir stellen mehr Fördermittel zur Verfügung und werden diese noch gezielter einsetzen, damit die Wiener Wirtschaft optimal für die Herausforderungen des Informationszeitalters gerüstet ist”, erklärten Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und der Präsident der Wirtschaftskammer Wien KR Walter Nettig zur Grundsatzeinigung über die Weiterentwicklung der Wiener Wirtschaftsförderung durch den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds - WWFF. Diese wurde am Dienstag im Rahmen der Medienkonferenz des Bürgermeisters präsentiert. "Für das Jahr 2002 stehen insgesamt 666 Millionen Schilling an Fördermitteln bereit. Das sind um fast 9 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Eckpunkte des neuen Programms sind der Ausbau der Technologie- und Innovationsförderung sowie eine neu geschaffene Exportunterstützung für Klein- und Mittelbetriebe”, so Rieder. "Durch die neuen Modelle erwarten wir uns eine Vervielfachung der Wirkung. Bei der Unterstützung der Unternehmensgründungen werden wir ab 2002 gemeinsam mit der BÜRGES-Initiative des Bundes operieren.” Nettig dazu: "Durch diese Neuorientierung wird sichergestellt, dass künftig insbesondere für die Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben auf allen Förderschienen ausreichend vorgesorgt ist. Die Mehrheit der Förderaktionen wie der Finanzmittel kommt diesen ‘Motoren‘ der Wiener Stadtwirtschaft zugute.”****

Für den Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Wien, GR Fritz Strobl, stellt die neue Wirtschaftsförderung einen wichtigen Beitrag für die Aufrechterhaltung der Nahversorgung in Wien dar: "Wir unterstützen mit den neuen Förderprogrammen vor allem jene Betriebe, die besonderen Wert auf Service legen. Die Sicherung des Standortes Wien - ohne dabei auf die Bedürfnisse der Wiener zu vergessen - waren die Grundsätze bei der Erstellung der neuen Förderrichtlinien."

"Ziel der Wirtschaftsförderung ist es, die Qualität des Standortes Wien zu sichern und auszubauen. Diese monetären und nichtmonetären Unterstützungen geben Impulse in jene Bereiche der Wirtschaft, die Wiens Rolle als Kompetenzzentrum des neu entstehenden Wirtschaftsraumes in Mittelosteuropa ausbauen helfen”, so Dr. Bernd RIESSLAND, Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds.

Gezielter Fördern - bessere Wirkung

"Besonderen Wert bei der Vergabe der Mittel werden wir auf die Qualität und Nachhaltigkeit der eingereichten Projekte legen. Sowohl Aspekte der Stadtentwicklung als auch der Ökologie werden besonders berücksichtigt. Insgesamt wollen wir eine globalere Sicht bei der Beurteilung erreichen. Gießkannenförderungen sind in Wien schon lange ein Werkzeug der Vergangenheit, wir wollen zukunftsorientierten Projekten unter die Arme greifen und so den Standort Wien stärken”, so Rieder und Nettig.

Zusätzlich zu finanziellen Unterstützungen durch die Stadt Wien stehen nichtmonetäre Hilfen für die Wiener Unternehmen durch die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien bereit. "Von den Jungunternehmern über die Exportinitiative bis zu den Innovationsmaßnahmen gibt es begleitende Beratungs- und Coachingpakete der Wirtschaftskammer Wien”, erklärte Nettig.

Exportunterstützung für Wiener Klein- und Mittelbetriebe

Um die Exporttätigkeit der Wiener Betriebe zu stimulieren, wurde ins neue Programm eine spezielle Exportunterstützung aufgenommen. Denn eine Vielzahl von Wiener Klein- und Mittelbetrieben verfügt zwar über das Potenzial, Produkte auch grenzüberschreitend anzubieten, oftmals werden diese Chancen aber nicht genützt. Gerade im Hinblick auf die EU-Erweiterung ist eine Steigerung der Exporttätigkeit der Wiener Betriebe unerlässlich. Firmen, die bisher noch nicht im Exportgeschäft tätig waren, werden Beratungen angeboten, in denen gemeinsam mit dem Unternehmen eine Exportstrategie erarbeitet wird. In der Folge sind Förderungen u.a. für die Erstellung von fremdsprachigen Exportpublikationen, für Messebeteiligungen, Übersetzungskosten sowie für Internetauftritte vorgesehen.

Setzen auf Zukunftsbranchen: Technologie und Innovation

Wien befindet sich mitten im Strukturwandel, der vor allem durch eine zunehmende Technologisierung gekennzeichnet ist. Eine Analyse des Technologiesektors ergibt, dass neben finanziellen Mitteln vor allem verstärkt Beratungsleistungen bzw. Plattformfunktionen die geeignetsten Mittel zur Unterstützung von High-Tech Unternehmen darstellen. Der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds versteht sich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien dabei zunehmend als Technologienetzwerk, das die verschiedenen Aktivitäten der Unternehmen und Banken, der Forschungs- und Bildungseinrichtungen und der Bundesstellen koordiniert anbietet. Deswegen geht man im Technologie- und Innovationsbereich nun neue Wege. Folgende Maßnahmen werden dazu gesetzt:

o Betreuung / Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe bei

deren Zugang zu neuen Technologien
Hier sind monetäre und nichtmonetäre Unterstützungsleistungen durch das bestehende Innovationsnetzwerk der Wirtschaftskammer Wien und des WWFF vorgesehen, wobei insbesondere die Errichtung von Clustern ein wesentliches Instrument darstellt.
o Finanzierung von Betreuungs- und Beratungseinrichtungen

Gerade bei der Unternehmensgründung benötigen Hochtechnologiefirmen - wie z.B. Projekte, die aus Forschungsprogrammen der Universitäten entstehen -Unterstützung. Außerdem sollen Beratungs- und Betreuungsangebote, die an die dynamische Entwicklung des Technologiesektors angepasst sind, wie Businessplanwettbewerbe, oder Venture Capital Networks verstärkt zum Einsatz kommen.
o Thematische Forschungsausschreibungen
Gemeinsam mit Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren usw. werden Ausschreibungen zu ausgewählten Technologieschwerpunkten durchgeführt. Die Themen sollen mit den Clusterschwerpunkten korrespondieren (u.a. Biotechnologie, Verkehrsleittechnik, Lasertechnik, Creative Industries). In weiterer Folge werden konkrete Projekte unterstützt.
o Ausbildung im High-Tech-Bereich

Forcierung von technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungsplätzen Wien.
o Bereitstellen von Infrastruktur

Bereitstellung von hochqualitativer Infrastruktur, wie Laborflächen und betreuten Impulszentren.

Wien ist österreichisches Zentrum der Unternehmensgründungen -diese Rolle weiter ausbauen - Verwaltungsvereinfachung

Wien ist das Zentrum der Unternehmensgründungen. In den Jahren 1993 bis 2000 wurden in Wien 36.412 Unternehmen gegründet, in Österreich insgesamt 150.085. Das heißt rund ein Viertel aller Gründungen finden in Wien statt, im Jahr 2000 waren dies 6.005. Durch eine enge Kooperation mit dem BÜRGES-Programm des Bundes werden die Mittel konzentriert und der Verwaltungsaufwand für die Unterstützung bei Unternehmensgründungen verringert.

Erhalten der städtischen Versorgungs-Infrastruktur

Die bestehende Branchengliederung hat sich als Basis für die Förderentscheidungen bewährt und wird daher unverändert beibehalten. Die Bedeutung einer Investitionsmaßnahme für die regionale Sicherung der Nahversorgung bzw. Stärkung einer gemischten Wirtschaftsstruktur wird in Zukunft verstärkt berücksichtigt. Über einen Basisförderungsbeitrag hinaus sollen gestaffelte Förderungsbeiträge in Abhängigkeit von der Bedeutung der Investition für die Stadtfunktionen vorgesehen werden. Gesamtbeurteilung der Projekte: Öko-Beratung wird ausgebaut

Fragen der Ökologie werden verstärkt über Beratungsangebote für Unternehmen gefördert. Ökologische Gesichtspunkte spielen auch eine zentrale Rolle bei der Beurteilung der eingereichten Projekte. "Projekte, die im Jahr 2001 im Förderprogramm "Ökobusiness-Plan" eingebunden waren, werden auch im Rahmen des neuen Programms weitergeführt", so Dr. Rießland.

Ebenso werden stadtplanerische Aspekte berücksichtigt. Ziel ist es, Projekte möglichst breit - also in allen die Stadt betreffenden Aspekten - zu beurteilen, und so die für die Stadt wichtigsten Projekte zu fördern.

Wirtschaftsförderung: Immer mehr Mittel werden eingesetzt

Die Stadt Wien hat zur Erreichung dieser Ziele den finanziellen Mitteleinsatz für Wirtschaftsförderung kontinuierlich und deutlich angehoben. Das Budget der Wirtschaftsförderung im engeren Sinn erhöhte sich von 1996 bis 2001 von 362,6 Millionen Schilling auf 613,3 Millionen Schilling um 69 Prozent. Im Jahr 2002 ist mit einem Volumen von 666,2 Millionen Schilling eine weitere Steigerung vorgesehen (+ 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Darüber hinaus hat die Stadt Wien im Rahmen verschiedener Technologieoffensiven erhebliche zusätzliche Mittel für wesentliche Infrastrukturprojekte wie das Wiener Bildungsnetz, den Wissenschafts- und Technologiepark Tech-Gate auf der Donauplatte oder das Biotechnologiezentrum in der Dr.-Bohr-Gasse bereitgestellt. (Schluss) nk/mmr

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