Niederwieser widerspricht Gehrer: Weniger Studierende ist politisches Versagen und nicht Statistikbereinigung

Wien (SK) SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser kann der lapidaren Aussage Bildungsministerin Elisabeth Gehrers, wonach der Rückgang von 70.000 Studierenden nach Einführung der Studiengebühren bloß zu bereinigten Statistikzahlen führe, nichts abgewinnen. "Die Regierung soll endlich ihre Schönrederei beenden und sich ihrer Verantwortung im Bildungsbereich bewusst werden", betont Niederwieser. "Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Bundeskanzler Schüssel unlängst eine Anhebung der AkademikerInnenquote von derzeit acht auf 20 Prozent gefordert hat und jetzt mit einem Achselzucken ein Rückgang der Studierenden um 30 Prozent in Kauf genommen wird, muss man an der Seriosität der Aussagen zweifeln", so Niederwieser.

Die Regierung sei bei der Einführung der Studiengebühren nicht einmal gewillt oder fähig gewesen, Studiengebühren-Modelle auszuarbeiten, welche auf die Situation der Studierenden Rücksicht nehmen, kritisiert Niederwieser. Es werde völlig ignoriert, dass rund die Hälfte der Studierenden während des Semesters regelmäßig arbeite. Für diese Gruppe der Studierenden gebe es keine speziellen Studienangebote, ein Studium in Mindeststudienzeit abzuschließen, sei unmöglich. "Es ist logisch, dass berufstätige Studierende eher ihr Studium abbrechen werden, als volle Studiengebühren von 5.000 Schilling zu zahlen, wenn das Angebot nicht stimmt. Für diese Entwicklung trägt Gehrer die Verantwortung", so der SP-Wissenschaftssprecher abschließend. (Schluss) ns/mm

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