Teilzeitarbeit: die zwei Seiten der Medaille

Linz (AKO) Die neueste Längsschnitt-Auswertung des Arbeitsklima-Index hat ein besonders signifikantes Ergebnis gebracht: Nur Teilzeit beschäftigte Frauen sind mit ihrer Arbeitssituation zufriedener als Männer, Vollzeit beschäftigte Frauen sind sogar unzufriedener. Daraus eine Bestätigung für das Kindergeld abzuleiten, ist nach Ansicht der AK-Frauenredaktion unzulässig.

Wir interpretieren das Ergebnis so, dass für die Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen besonders hohen Wert darstellt. Da eine annähernde Vereinbarkeit unter den gegebenen Verhältnissen nur über eine Reduzierung der weiblichen Erwerbsarbeit möglich ist, sind die Teilzeit beschäftigten Frauen zufriedener.

Vollzeit beschäftigte Frauen vergleichen ihre Situation vermutlich mit jener Vollzeit beschäftigter Männer und sind deshalb unzufriedener, weil die Benachteiligungen evident sind. Teilzeit beschäftigte Frauen dürften in den meisten Fällen wissen, dass sie ihre berufliche Entwicklung zugunsten anderer Lebensbereiche zurückgestellt haben und tragen die beruflichen Konsequenzen mehr oder weniger selbstverständlich.

Aus diesem Ergebnis eine Bestätigung für das Kindergeld herauszulesen, wie das vereinzelt der Fall war, ist jedenfalls kühn. Denn das Kinderbetreuungsgeld nimmt keine Rücksicht auf die Notwendigkeit, die Erwerbsarbeit zugunsten der Kinderbetreuung zu reduzieren.

Zwischen dem höchstmöglichen Karenzurlaub (zwei Jahre) und der höchstmöglichen Dauer des Kindergeld-Bezugs (drei Jahre) klafft eine Lücke. Diese müsste dringend geschlossen werden durch einen unbedingten Rechtsanspruch auf Teilzeitkarenz und auf Reduktion der Arbeitzeit im Anschluss an die Karenzzeit. Dass auch Maßnahmen und Anreize zur Beteiligung der Väter an der Erziehungsarbeit fehlen, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Daten und Fakten:
Der Arbeitsklima-Index wird im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich zweimal jährlich erhoben. Für die jüngste Sonderauswertung wurden insgesamt 5600 Interviews herangezogen, 2500 davon aus den letzten drei Jahren.

Rückfragen & Kontakt:

Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

Arbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO