OeNB: OeNB-Direktor Zöllner: Österreich als Investor in Mittel- und Osteuropa Spitzenreiter

Wien (OTS)
- Internationale Verflechtung der österreichischen
Unternehmen steigt zwar, bleibt aber weiterhin unterdurchschnittlich
- Bis Ende 2000 dürfte der Wert der ausländischen
Investitionen in Österreich rd. 30 1/2 Mrd Euro erreicht
haben, jener der österreichischen Direktinvestitionen im
Ausland jedoch erst 22 1/2 Mrd Euro.
- Österreich ist ein attraktiver Standort für ausländische Unternehmen
- Rund 30% der Auslandsinvestitionen österreichischer Firmen gehen nach Mittel- und Osteuropa, verglichen mit nur 2%
weltweit

Anlässlich der Präsentation des World Investment Reports
2001 der UNCTAD - einer Darstellung der Entwicklung der
weltweiten, grenzüberschreitenden Firmenzusammenschlüsse, Firmenkäufe und bzw. Neugründungen - in den Räumen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wies Dr. Peter Zöllner, Mitglied des Direktoriums, darauf hin, dass die internationale Verflechtung der österreichischen Unternehmen zwar steigend
aber im weltweiten Vergleich immer noch unterdurchschnittlich
sei. Weltweit betragen die Bestände an Direktinvestitionen
mehr als 15 % der Welt-Wirtschaftsleistung (Bruttosozial-
Produkt). Der Wert für Österreich liegt jedoch bei nur knapp
über 10%.

Die Firmenübernahmen der letzten Zeit lassen vereinzelt
Ängste über einen "Ausverkauf Österreichs" aufkommen. Dem ist aber entgegenzuhalten, das der wirtschaftliche Aufholprozeß Österreichs in den 80iger und 90iger Jahren ohne die großen ausländischen Direktinvestitionen - als Beispiele seien nur Motorenwerke von General Motors und BMW in Aspern und Steyr,
der Automobilcluster in der Steiermark mit Magna,
Daimler/Chrysler, sowie die Chip Werke bei Graz und Villach
genannt - nicht so erfolgreich gewesen wäre. Darüber hinaus
sind ausländische Direktinvestitionen ein Indikator für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. Österreich kann
hier mit gut ausgebildeten Arbeitskräften, die daher auch hoch produktiv sind und somit mit günstigen Lohnstückkosten produzieren, einer guten Infrastruktur und monetärer, wirtschaftlicher und sozialer Stabilität punkten.

Besonders groß sei der Rückstand bei den aktiven Direktinvestitionen, d.h. den Beteiligungen österreichischer
Firmen im Ausland. Zwar habe seit der Ostöffnung ein rasanter Aufholprozess eingesetzt, dennoch sei Österreich - im
Gegensatz zu den meisten hochentwickelten Industriestaaten -
netto immer noch ein Investitionsnehmer. Die wichtigsten
Gründe dafür seien die klein- und mittelbetriebliche Struktur
der österreichischen Wirtschaft mit ihrem hohen Anteil an Familienunternehmen, der bis in die 80er Jahre bedeutende
Anteil der verstaatlichten Industrie, die geringe Börsenkapitalisierung wie auch die bis zur Ostöffnung gegebene Randlage am Eisernen Vorhang.

Weltspitze sei Österreich allerdings inzwischen als
Investor in Mittel- und Osteuropa. Während weltweit nur 2%
aller Auslandsbeteiligungen auf diese dynamische Region
entfallen, sind es für Österreich rund 30%. In den
Nachbarländern liegt Österreich damit auch absolut gesehen
unter den drei wichtigsten Auslandsinvestoren.

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