KFV mahnt Abstand-Sünder

Das Abstandsverhalten der österreichischen Autofahrer ist mehr als dürftig. Fast jeder zweite Lenker hält sich nicht an die goldene 2 Sekunden Regel. Massenhaft Unfälle sind die Konsequenzen

Wien (OTS) - Die Zahlen sprechen für sich: Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden auf Österreichs Straßen ist ein Auffahrunfall. Auf den Autobahnen passieren gar 43% der Unfälle auf diese Weise! Wie eine Studie des Kuratorium für Verkehrssicherheit ergab, fahren vor allem Pkw-Lenker ihrem Vorderfahrer knapp auf. Den wenigsten ist das Risiko allerdings bewusst, das sie mit einer derartigen Fahrweise eingehen. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit will Bewusstsein schaffen, zum Beispiel durch Abstandsmessungen am Strassenrand: "Um lebensbedrohliche "Drängler" auf ihr beinahe schon kriminelles Verhalten aufmerksam zu machen, können mobile Schilder mit digitaler Anzeige Abhilfe schaffen. Ähnlich den "mobilen Tempoanzeigen" am Strassenrand, könnte ein adaptiertes System verwendet werden, das auf den sicherheitsgefährdenden Abstand hinweist." Weitere Maßnahmen sind Abstandsmarkierungen auf der Fahrbahn, die auf den empfohlenen Sicherheitsabstand hinweisen oder Abstandskontrollvorrichtungen im Auto.

Weniger Toleranz für Geschwindigkeitsübertreter

Um das Abstandverhalten auf österreichischen Straßen in ein Maß zu bringen, das für die Verkehrssicherheit förderlich ist - beinahe ein Drittel aller Pkw und rund 25 % der Lkw halten einen Abstand von weniger als einer Sekunde! - fordert das KfV weniger Toleranz gegenüber Geschwindigkeitsübertretern, höhere Bestrafung bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie Kontrolle, Überwachung und Sanktionen von jenen, die den Sicherheitsabstand nicht einhalten. Denn das Fahren einer hohen Geschwindigkeit allein, ist für Lenker kein Grund deshalb mehr Abstand zu halten. Derartig "beflügelt" wird der Abstand gerne ignoriert und drängeln ist angesagt.

Goldene 2 Sekunden Regel

Dabei wäre alles so einfach und in den Fahrschulen immer wieder propagiert: 2 Sekunden Abstand zum Vordermann. Die goldene Regel ist notwendig um die Wahrscheinlichkeit von gefährlichem Verhalten abschätzen zu können.

Und so funktionierts: Visieren Sie einen markanten Punkt am Fahrbahnrand an. Sobald das vorausfahrende Auto diesen Punkt passiert, beginnt man in Sekundenabständen zu zählen. Bei idealen Rahmenbedingungen sollte man diesen Punkt nicht erreichen, bevor zwei Sekunden durchgezählt sind. Allerdings muss in spezifischen Fällen von dieser Regel abgewichen werden. Diesbezügliche Ausnahmen werden aber in der Fahrausbildung gelehrt. Dr. Thann rät daher:
"Informieren, kontrollieren, ausbilden und eine eindeutige Regelung schaffen."

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 13 Todesopfer in der vergangenen Woche, davon 5 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 PKW-Insassen (davon 7 Lenker), 2 Motorrad-Lenker, 1 Radfahrer und 2 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (8), Vorrangverletzung (1), Geisterfahrt (1), Überholen (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. Bei einem Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Fußgänger und 1 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 7 der 13 Verkehrsunfälle waren sogenannte "Alleinunfälle". Alkoholisierung war bei 2 Verkehrsunfällen Mitursache. 4 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 16. September dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 660 Verkehrstote, (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende Juli berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 709 Menschen tödlich.

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