LH Haider: Angebot an New Yorker Waisenkinder zu einem Aufenthalt in Kärnten

Klagenfurter Messe unter dem Schock der Terrorakte eröffnet - Brief von LH Haider an New Yorker Bürgermeister - Terrorismus duldet keine Nachsicht und Neutralität

Klagenfurt (LPD) - Ganz unter dem Eindruck der Terrorakte in den USA stand heute auch die Eröffnung der Klagenfurter Herbstmesse. Landeshauptmann Jörg Haider sagte, dass mit den furchtbaren Ereignissen eine neue Dimension des Bösen erlebt wurde. Man habe zur Kenntnis nehmen müssen, was ideologischer und religiöser Fanatismus, der keinerlei Toleranz kennt, bewirke. Gegenüber dem Terrorismus mit seinen vielen Gesichtern könne es keine Nachsicht und Neutralität geben, vielmehr müsse Entschlossenheit im Kampf dagegen gefördert werden.

Als ein sichtbares Zeichen des Friedens habe er seitens des Landes Kärnten dem New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani das Angebot gemacht, Waisenkinder für eine gewünschte Dauer aufzunehmen. Damit könne den betroffenen Kindern geholfen werden, Abstand vom furchtbaren Geschehen zu nehmen, sagte Haider und verwies darauf, dass mit der Regierung von Friaul-Julisch Venetien jüngst vereinbart worden war, eine gemeinsame "Region des Friedens" zu bauen.
Auch Österreich habe nach dem Krieg viel Hilfsbereitschaft erleben dürfen.

Der Landeshauptmann meinte weiters, dass Samuel Huntingtons
These vom Aufeinanderprallen der Kulturen Wirklichkeit zu werden scheine. "Daher ist es unsere Verpflichtung, unsere Wertvorstellungen umzusetzen". Die Österreicher sollten sich nicht zu sehr als Opfer sehen, sondern sich zukunftsfähig fühlen und auch unangenehme Herausforderungen mutig annehmen. "Wir brauchen gelebten Optimismus und Zuversicht in die Zukunft", unterstrich der Landeshauptmann. Es sollte nicht ständig über Krisen geredet werden. Auch die Weltwirtschaft sei stark genug, um einen tiefen Fall zu verhindern, so Haider.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sprach ebenfalls von der Betroffenheit über die Ereignisse in den USA. Auch er betonte, dass es keine Neutralität gegenüber dem Terror, sondern nur Solidarität mit den Amerikanern geben könne. Wenn auch Russen und Chinesen sich in diese Solidaritätsgemeinschaft einfügen wollten, sollte diese Chance ergriffen werden, so Bartenstein. Es sollte jedenfalls für Österreich keine Krise herbeigeredet werden. Jede Krise biete zudem die Chance, verstärkt daraus hervorzugehen.
Österreich möge vielmehr "der Ort sein, wo die große Welt ihre Probe hält", spielte der Minister auf ein Zitat von Karl Kraus an. Österreichs Wirtschaftsdaten seien noch immer sehr günstig. Das Land habe Rekordbeschäftigung. Ein Wachstum von 1,5 Prozent sei realistisch.

Bartenstein appellierte auch an den ÖGB, Kooperation am Verhandlungstisch zu leben. An der Ausschreibung für Abfangjäger zur Luftraumüberwachung werde festgehalten.Auch Messepräsident Walter Dermuth sowie Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher und Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher sprachen von den Auswirkungen des Terrors, die noch nicht abschätzbar seien. Auf Dermuths Ersuchen hin wurde eine Gedenkminute für die Terroropfer
abgehalten. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Landespressedienst
Tel.: (0463) 536-2852

Kärntner Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL/NKL