LHStv. Ambrozy präsentiert Massnahmenpaket zur Suchprävention und Drogenhilfe

Neues Fachgremium soll gemeinsames Vorgehen gegen Drogen koordinieren

Klagenfurt (LPD)- Kärnten intensiviert seinen Kampf gegen Drogen. Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy präsentierte heute ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Ausbau der Suchtprävention und der Behandlungsangebote für Suchtkranke. "Die Drogenproblematik ist ein komplexes Thema und muss unbedingt im Zusammenhang mit Gesundheitsförderung und -bildung ganzheitlich gesehen werden", betonte Ambrozy.

Darüber hinaus kündigte der Gesundheitsreferent die Schaffung eines zusätzlichen Fachgremiums an. Dieses sogenannte "Drogenforum Kärnten" sei als Unterstützung für die bestehende Koordinationsstelle für Suchtprävention des Landes gedacht, so der Gesundheitsreferent. Hauptaufgabe des geplanten Drogenforums sei die Verbesserung und Koordinierung der Zusammenarbeit von Gesundheitsreferat, Sozialreferat, Justiz und Exekutive. Um dieses Ziel zu erreichen, werde sich dieses Gremium aus Fachleuten und Repräsentanten der genannten Bereiche zusammensetzen, kündigte Ambrozy an.

Der Gesundheitsreferent will durch die Vernetzung der Bereiche Prävention, Therapie und Maßnahmen der Strafrechtspflege ein "engmaschiges medizinisches, soziales und strafrechtliches Netz zur Suchtprävention und Drogenbekämpfung knüpfen". Ambrozy erwartet sich von der Umsetzung seines Maßnahmenpaketes eine spürbare Reduktion der Drogennachfrage und des Drogenmissbrauchs in unserem Bundesland.

Im folgenden der Rahmenplan Suchtprävention und Drogenhilfe 2001 -2005:

Maßnahme 1: Regionalisierung und Verstärkung der Suchtvorbeugung

Die Koordinationsstelle für Suchtprävention fungiert als Servicestelle des Landes Kärnten und unterstützt PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen, Eltern, KindergärtnerInnen und Interessierte bei der Umsetzung von Projekten und bietet konkrete Handlungsstrategien für MultiplikatorInnen an. Weiters werden je nach Zielgruppe in Kooperation mit allen anderen Fachstellen Österreichs geeignete Unterlagen und Arbeitsbehelfe erarbeitet sowie Projekte umgesetzt.

Durch das Eingehen von Partnerschaften mit Trägern der freien Wohlfahrtspflege in den Regionen sollen die Angebote der Koordinationsstelle für Suchtprävention in den nächsten Jahren auf eine breitere Basis gestellt werden.

Maßnahme 2: Gesundheit stärken, Sucht verhindern durch die Integration der Gesundheitsförderung in die Regionalpolitik

Die Erkenntnisse der Gesundheitswissenschaft müssen in die Prozesse der Sozial- und Gesundheitsplanung sowie in die Orts- und Regionalentwicklung einbezogen werden, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Gesundheitspotential der Bevölkerung stärken und suchtverhaltensfördernden Risikofaktoren entgegen wirken.

Im Entwicklungsleitbild Zukunft Kärnten Projekt "ProGes -Integration der Gesundheitsförderung in die Regionalpolitik" wird derzeit in den Bezirken Spittal und Völkermarkt modellhaft die Integration der Gesundheitsförderung als Arbeitsprinzip in Institutionen und Gemeinden erprobt. Die Projektphase wurde mit 30. Juni 2001 abgeschlossen.

Maßnahme 3: Unterstützung der Schulen

Beim Drogenfall an der Schule werden Lehrkräfte durch das Programm step by step seitens der Koordinationsstelle für Suchtprävention unterstützt.

Maßnahme 4: Fachliche Betreuung der SchulärztInnen in Bezug auf § 13 Suchtmittelgesetz

Die Koordinationsstelle für Suchtprävention berät und begleitet die vor Ort tätigen SchulärztInnen in Zusammenhang mit dem Drogenfall an der Schule.

Maßnahme 5: Schaffung eines flächendeckenden Angebotes gesundheitsbezogener Maßnahmen für drogengefährdete Jugendliche

Die Angebote umfassen themenzentrierte Gruppen- und Einzelbetreuung sowie im Bedarfsfall ambulante mittel- und langfristige psychosoziale Betreuung der Jugendlichen und ihrer Familien als Maßnahme der Jugendwohlfahrt.

Maßnahme 6: Ausbau von Streetwork

Durch Streetwork sollen gefährdete Jugendliche erreicht werden, die von sich aus den Kontakt zum Drogenhilfssystem nicht aufnehmen. Das bestehende Streetworkangebot in Klagenfurt und Villach soll verstärkt werden.

Maßnahme 7: Drogenambulanz

Mit der Drogenambulanz ist im Kärntner Zentralraum eine barrierefreie Behandlungseinrichtung für Erwachsene und Jugendliche mit Opiatabhängigkeit bzw. mit Polytoxikomanie ("Mehrfachabhängigkeit") zu schaffen.

Maßnahme 8: Drogenstation

Die stationäre Behandlung von Drogenkranken an speziellen Fachstationen ist Standard und unverzichtbarer Teil der psychiatrischen Versorgung von Suchtkranken. Im Psychiatrieplan Kärnten wird eine Kapazität von zehn Plätzen und eine mögliche Aufenthaltsdauer von sechs Wochen bis sechs Monaten empfohlen.

Maßnahme 9: Rehabilitation im geschützten Rahmen

Je nach Art und Dauer der Erkrankung und den konkreten Lebensumständen der Patienten sind unterschiedliche Therapieansätze sinnvoll. Deshalb ist sicher zu stellen, dass den Patienten alle Einrichtungen im Bundesgebiet zugänglich sind. Das Haus OIKOS in Klagenfurt bietet als Übergangswohnheim mit zehn Plätzen drogenkranken Männern und Frauen einen geschützten Rahmen nach der körperlichen Entzugsphase. Neben dem betreuten Wohnen und der Betreuung durch Sozialarbeiter wird die notwendige ärztliche und psychotherapeutische Nachbehandlung sicher gestellt.

Maßnahme 10: Ausbau der ambulanten Einrichtungen

Zur Deckung des offenen Bedarfs an niederschwelliger und nachgehender Beratung, Behandlung und Begleitung für manifest Drogenkranke sollen Einrichtungen in Villach, Spittal/Drau und Wolfsberg geschaffen werden, die nach den Richtlinien des § 15 Suchtmittelgesetz anerkannt sind.

Maßnahme 11: Forschung und Dokumentation

Grundlage für eine bedarfsgerechte Gesundheitsplanung ist die laufende wissenschaftliche Beobachtung des Suchtmittelkonsums und dessen Folgen in der Bevölkerung, ergänzt durch periodische umfassende Datenerhebungen mittels Bevölkerungsbefragung.

Maßnahme 12: Aus- und Fortbildung

Zur Sicherung der Effizienz ist sowohl im Präventions- als auch im Behandlungs- und Rehabilitationsbereich entsprechend qualifiziertes Personal einzusetzen. Daher sind - dem jeweiligen Bedarf angepasst -in den einzelnen Fachbereichen kontinuierlich Schulungen anzubieten. (Schluss)

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