Ilgenfritz: Nein zu einsprachigem EU-Eliteparlament

Einführung einer gemeinsamen Sprache aus Kostengründen bringt immense Benachteiligung - Andere Möglichkeit Kosten zu sparen: Schließung eines der beiden Parlamentssitze

Wien, 2001-09-14 -(fpd)- "Es ist unter allen Umständen zu verhindern, daß in Zukunft nur jene Bürger für einen EU-Parlamentssitz kandidieren können, die neben ihrer Muttersprache auch über "spezielle Fremdsprachkenntnisse" verfügen", stellte heute der freiheitliche EU-Abgeordnete Mag. Wolfgang Ilgenfritz fest. Die Überlegungen im gestrigen Ausschuß, nur mehr eine "gültige" Parlamentssprache einzuführen, müssen daher strikt abgelehnt werden. ****

Durch die Einführung eines "einsprachigen Eliteparlaments" würde eindeutig an der falschen Stelle gespart und darüber hinaus führe diese zu einer nicht vertretbaren Chancenungleichheit, so Ilgenfritz. Wenn es zur Einführung von nur einer Amtssprache im Parlament komme, könnten de facto nur mehr EU-Bürger, die über perfekte Fremdsprachkenntnisse verfügen und die in der Lage wären, Tausende von Seiten in einer fremden Sprache rasch zu lesen und zu verstehen, bei EU-Wahlen kandidieren. Für alle anderen sei der Umfang an fachspezifischen Unterlagen, die man als Parlamentarier lesen muß, einfach nicht bewältigbar, ist sich Ilgenfritz sicher.

Er werde sich vehement dafür einsetzen, daß die Sprachenvielfalt im Europäischen Parlament und in Europa erhalten bleibt und weiterhin alle EU-Bürger die Möglichkeit haben, sich als Kandidat für das EU-Parlament aufstellen zu lassen, so Ilgenfritz.

Die Umbaukosten für zusätzliche 10 Länder und 8 neue Sprachen der Parlamente in Brüssel und Straßburg würden rd. 46 Mio Euro verschlingen. Bei Schließung eines Parlamentssitzes könnte man daher schon rd. 23 Mio Euro einsparen. Der zusätzliche Parlamentssitz in Straßburg verursacht für nur 48 Sitzungstage im Jahr laufende Kosten in der Höhe von rund 120 Mio Euro. Die Schließung eines der beiden Parlamentssitze wäre daher sinnvoll, weil man sich dadurch sogar mehr als die Kosten einsparen könnte, die für die zusätzlichen Sprachdienste anfallen, schloß Ilgenfritz. (Schluß)

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