"Tiroler Tageszeitung"Kommentar: "Bittere Realität" (Von Monika Dajc)

Ausgabe vom 13. 9. 2001

Innsbruck (OTS) - Der 11.September 2001 wird auf seine Weise in
die Geschichte eingehen. Es war kein Film. Es war die ebenso bittere wie traurige Realität. Bis zum Abend hatten die schaurigen Bilder Menschen rund um den Erdball eingeholt.

Auch das weltweit fast einhellig bekundete Mitgefühl vermag nicht wirklich zu trösten, zuversichtlich zu stimmen. Binnen Stunden wurde man einer Gefahr in neuer Dimension gewahr. Amerika und der Westen insgesamt haben Todfeinde. Das für undenkbar Gehaltene ist in New York und Washington mit grausiger Wucht Tatsache geworden. Zuvor wichtig Erscheinendes lag dann mit einem Schlag in der Tiefe der Bedeutungslosigkeit.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wollte man Samuel P. Huntingtons apokalyptischem Szenario nicht recht trauen. Tatsache ist, dass kein Land vor Terror sicher sein kann. Terrorismus ist zu einem weltweiten Phänomen geworden, lediglich die Schwerpunkte wechseln: Die USA, Israel, Spanien, Italien, Nordirland, Indien, Frankreich, Japan, Sri Lanka. Und auch Österreich hat schon mehrmals erlebt, was verbrecherische Attentäter anrichten können.

So wichtig die globale Dimension bei der Einstufung der Gefahr ist, so notwendig ist im Hinblick auf gezielte Bekämpfung die Differenzierung, um das Umfeld der Attentäter in all seinen Verästelungen zu erfassen. Nur so werden sich die notwendigen Erfolge erreichen lassen. Noch ist man aber weit davon entfernt. Man spricht immer öfter von einem Krieg, wenn auch nicht mit konventionellen Waffen.

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