Erklärung Ferrero-Waldners beim EU-Rat zum Thema "Terrorismus"

Außenministerin Benita Ferrero-Waldner gab heute beim EU-Außenministertreffen in Brüssel folgende Erklärung ab

Wien (OTS) - ..."Die Vereinigten Staaten von Amerika waren gestern Schauplatz des bisher weltweit blutigsten Terrorangriffs. Dieser brutale Gewaltakt bisher unbekannter Täter kommt in seiner Dimension einer kriegerischen Haltung gleich. Die Horrorvision eines Vernichtungsschlages gegen Zentren der westlichen Zivilisation ist entsetzliche Wirklichkeit geworden.

...In dieser Stunde des Grauens wollen wir den Hinterbliebenen der Todesopfer unser tief empfundenes, aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Gleichzeitig wollen wir dem ganzen amerikanischen Volk unsere Sympathie und uneingeschränkte Solidarität bekunden.

...Der gestrige Terrorangriff hat nicht nur den USA, sondern der ganzen demokratischen Welt gegolten. Wir Europäer müssen daher gemeinsam mit den USA eine Strategie entwickeln, wie wir gemeinsam mit den USA und allen Staaten guten Willens den Terrorismus bekämpfen und ausmerzen. Im Kampf gegen die Geisel der Menschheit darf es keine Laxheit, keine Unentschlossenheit, geben.

...Ich schlage daher folgendes vor:

...Es ist von jedem Land zu fordern, dass es eine eindeutige und überzeugende Verurteilung des Terrors vornimmt und dass eine solche Verurteilung in der nächsten Zeit durch entsprechende Handlungen glaubwürdig abgestützt wird.

...Die tragischen Ereignisse in den USA sollen uns daher auch dazu verhalten, die längerfristige Perspektive der globalen gesellschaftlichen Entwicklung im Auge zu behalten. Der politische Auftrag, den die Staatengemeinschaft aus den Grundwerten und Grundstrukturen der Charta der Vereinten Nationen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ableitet, ist die Schaffung einer Welt, die friedensfähig wird.

...Gerade die Vereinigten Staaten haben mit ihrer Solidarität im Wiederaufbau des kriegszerstörten Europa und in der Projektion ihrer Werte der Demokratie und der menschlichen Würde geholfen, ein friedensfähiges Europa wieder aufzubauen und hat dann gemeinsam mit Europa eine neue Weltordnung geschaffen. Wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen erst kürzlich in Salzburg festgehalten hat, sind heute die Werte der Menschenrechte und Demokratie zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit weltweit akzeptiert.

...Kernaufgabe einer Strategie der Weltentwicklung ist es, über die Akzeptanz der Werte hinaus diese durch konkrete Programme der Solidarität umzusetzen. Es geht um Programme der Friedenssuche. Dabei denke ich in erster Linie an den Nahost-Konflikt. Wir müssen zusammen mit den USA und den Partnern in der Region einen neuen Anlauf machen. Vielleicht obsiegt letztlich doch die Überzeugung, dass Gewalt und Terror nicht zum Ziel führen.

...Es gilt also, bei der Terrorismusabwehr, bei der Konfliktverhütung und bei der Friedenssicherung starke Führungsqualitäten zu zeigen," so die Außenministerin.

Rückfragen & Kontakt:

BM für auswärtige Angelegenheiten
Tel: (01) 53115-0

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAA/OTS