Verzetnitsch verlangt Sofortprogramm gegen Arbeitslosigkeit

Eckpunkte: Belebung der Nachfrage, Bekämpfung des Schwarzunternehmertums und Qualifikationsoffensive

Wien (ÖGB). Anlässlich des heutigen Treffens mit Vertretern der Bundesregierung, Wirtschaftsforschern und den Sozialpartnern im Bundeskanzleramt zur konjunkturellen Lage in Österreich, forderte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch ein Sofortprogramm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und einen sofortigen Dialog mit den Sozialpartnern, um gemeinsam durch geeignete Maßnahmen diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen.++++

Beim heutigen Konjunkturgespräch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Grasser verlangte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch eine einheitliche Einschätzung der Konjunkturentwicklung. "Um geeignete Maßnahmen angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung ergreifen zu können, ist es notwendig zu wissen, ob es sich um eine vorübergehende Konjunkturdelle handelt oder um eine längerfristige Konjunkturschwäche", betonte Verzetnitsch.

Tatsache sei, so der ÖGB-Präsident, dass sich die derzeitige Konjunkturentwicklung negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkt. So sind die Arbeitslosenzahlen im Jahresvergleich mit zehn Prozent Zuwachs markant angestiegen, gleichzeitig hat sich der Anstieg der Beschäftigung verlangsamt. Dazu kommt, dass die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes weiter bestehen. Das führt zu einem weiteren Auseinanderklaffen zwischen Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt, zudem sind die Auswirkungen der Pensionsreform deutlich spürbar. Nicht zuletzt ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen "als ein Produkt der überfallsartigen Anhebung des Pensionsantrittsalters" erkennbar.

"Aufgrund dieser Situation sei es ein Gebot der Stunde, ein arbeitsmarktpolitisches Sofortprogramm zu starten", deponierte ÖGB-Präsident Verzetnitsch beim Konjunkturtreffen. Eckpunkte dieses Sofortprogrammes seien die Belebung der Binnennachfrage, Maßnahmen zur Bekämpfung des Schwarzunternehmertums - wo konkrete Initiativen bereits auf dem Tisch liegen - und eine Qualifizierungsoffensive, die Armut vermeidet und Beschäftigung sichert. Verzetnitsch abschließend:
"Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung und dem damit verbundenen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit, ist die Sicherung der Finanzierungsgrundlage für eine ambitionierte Arbeitsmarktpolitik unerlässlich. Es geht daher nicht, dass das AMS Milliarden an das Budget abführen muss." (ew)

ÖGB, 12. September 2001
Nr. 731

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