Swoboda: Europa fällt nun die Aufgabe der Erhaltung des Weltfriedens zu

Reaktionen der USA müssen gezielt ausfallen

Wien (SK) "In diesen Stunden gilt es für Europa sicherlich gegenüber den USA sein tiefes Mitgefühl und seine Solidarität auszudrücken. Auf Europa kommt nun eine große Aufgabe im Sinne der Erhaltung des Weltfriedens zu", erklärte der Leiter der SPÖ-Delegation und Vizepräsident der SPE-Fraktion im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda, Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Europa muss darauf drängen, dass - bei allem verständlichen Bedürfnis nach Rache - die Reaktionen der USA gezielt ausfallen. Eine den Weltfrieden gefährdende Eskalation ist unbedingt zu vermeiden." Die Bezeichnung der Terrorakte als "Kriegserklärung" dürfe nicht zu einer undifferenzierten und "nur von Hass geleiteten Reaktion führen", stellte Swoboda klar. ****

"Es handelt sich bei der tragischen Zuspitzung, deren Zeugen wir werden mussten, um einen Konflikt der Zivilisationen - allerdings nicht zwischen jenen des Islams und der abendländischen Welt - oder den Arabern und dem Westen", erklärte Swoboda in einer ersten Reaktion auf die jüngsten Repliken auf Samuel P. Huntingtons "Clash of the Civilizations".

"Es geht hier um Anschläge eines gut organisierten terroristischen Netzes, vielleicht mit Unterstützung einiger staatlicher Organisationen - und diese verlangen nach einer gezielten und gut überlegten Antwort", so Swoboda.

Nun gelte es, einen "uneingeschränkten und eindeutigen Kampf gegen Terrorismus zu führen - und versteckten Sympathien bzw. dem Liebäugeln mit manchen Formen des Terrors ein Ende zu bereiten", so Swoboda. "So unterschiedlich die Hintergründe und Rahmenbedingungen terroristischer Aktivitäten sind - jegliche Form des Terrorismus, dem viele unschuldige Menschen zum Opfer fallen, ist von uns abzulehnen und zu bekämpfen", so Swoboda weiter.

Unbeschadet dieser Position müsse es aber auch verstärkte Anstrengungen geben, die "Ursachen und den Nährboden des Terrorismus zu bekämpfen". Swoboda: "Eine politische Lösung des Nahost-Konflikts ist heute umso dringlicher und muss mit aller Kraft durch Europa eingefordert werden. Diese Attentate sprechen nicht gegen, sondern für eine Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungswege."

Europa und die in Europa vorherrschenden Religionen seien aufgerufen, einen "intensiven Dialog mit dem Islam" zu führen, um auch von dort "eindeutige Aussagen gegen die Gewalt und den Terror" zu bekommen. "Fundamentalistische Bewegungen innerhalb des Islams stellen eine kleine Minderheit dar, aber verbreiten eine gefährliche Stimmung. Europa muss jenen Kräften in islamischen Gesellschaften, die der Gewalt eine klare Absage erteilen, den Rücken stärken", forderte Swoboda.

"So entsetzlich der Anlass ist, so sehr müssen diese Attentate jene Tendenzen in Europa stärken, die eine handlungsfähige Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zum Ziele haben", schloss Swoboda. (Schluss) ml/mm

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