Kopf: Arbeitskräfteknappheit ist Wachstumsbremse - BILD (web)

Fessel-Gfk Umfrage zeigt "Behaltekultur" österreichischer Unternehmen

Wien (OTS) - Keine Entwarnung beim Fachkräftebedarf in Österreich. Wie eine aktuelle vom Wirtschaftsbund in Auftrag gegebene Fessel-GfK-Umfrage bei 500 heimischen Unternehmen ergab, hat der Mangel an Facharbeitern gegenüber dem März signifikant zugenommen. Meldeten im März des Jahres, als Wirtschaftsbund und Fessel-Institut erstmals eine Erhebung durchführten, 26,5 Prozent der Betriebe Arbeitskräftebedarf, waren es im August 2001 31,4 Prozent. Gleichzeitig wird die Suche nach geeigneten Personal insgesamt schwieriger empfunden und auch die Suchdauer hat sich seit März erhöht. Für den Generalsekretär des Wirtschaftsbundes Karlheinz Kopf ein klarer Hinweis, dass "die nachlassende Konjunktur und die leicht steigende Arbeitslosigkeit zu keiner Entschärfung beim Fachkräftemangel geführt hat." ****

Ein besonderes Anliegen des Wirtschaftsbundes ist die Ausschöpfung der bestehenden Potenziale an Arbeitskräften über 50 Jahre. Auch darüber, inwieweit die Unternehmen bereit sind ältere Arbeitskräfte aufzunehmen bzw. zu behalten, wurden 500 repräsentative Unternehmen befragt. 79 Prozent der befragten Unternehmen versuchen demnach ältere Arbeitnehmer zu halten bzw. greifen auch auf Ältere zurück, um Personalengpässe zu beheben. 43 Prozent sind der Meinung, dass ältere Arbeitskräfte aufgrund der derzeitigen Lebenseinkommenkurve zu teuer sind und 75 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Politik mehr Anreize schaffen muss, um Menschen länger im Erwerbsleben zu halten.

Für WB-Generalsekretär Kopf verdeutlichen diese Ergebnisse, dass es in Österreich durchaus eine "Behaltekultur" der Unternehmen gibt, sie müsse für die Wirtschaft aber auch finanzierbar sein.

Um den Arbeitskräftemangel effektiv zu bekämpfen, fordert der Wirtschaftsbund ein "Maßnahmenbündel" aus Qualifizierung und Umschulung der Mitarbeiter, der Entlastung der Betriebe und einer sinnvollen Zuwanderungspolitik:

- Anhebung des Bildungsfreibetrags für ältere Arbeitskräfte, um gezielte Anreize zu schaffen (derzeit werden die Angebote überwiegend von den 20- bis 40-jährigen Arbeitnehmern genutzt)

- Entwicklung maßgeschneiderter Kursangebote sowie eines Leitfadens für Unternehmen zur Nutzung der Kompetenzen älterer Arbeitskräfte durch Weiterbildungseinrichtungen

- Umsetzung der "Zukunftsstiftung Bildung Austria", die Arbeitskräfte, deren Jobs durch Rationalisierung gefährdet sind, für Berufe, in denen Arbeitskräftemangel herrscht, weiterbilden

- Implementierung von Gehaltssystemen, die ein Abflachen der Lohn-und Gehaltskurven mit zunehmendem Alter ermöglichen (seit einem Jahr wird etwa in der Metallindustrie über ein neues Gehaltsschema für 300.000 Arbeiter und Angestellte verhandelt)

- Senkung der Lohnnebenkosten, um die Betriebe zu entlasten und Beschäftigung zu stimulieren (laut einer jüngsten OGM Umfrage unterstützen 58 Prozent der Bevölkerung diese Maßnahme) und

- Flexible Handhabung der geplanten regionalen Abkommen mit den Nachbarländern zur Abdeckung des Arbeitskräftemangels

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