Alkohol Hauptverantwortlicher bei Geisterfahrer-Unfällen

Wieder tödlicher Geisterfahrer-Unfall. Alkohol, Drogen und Orientierungslosigkeit sind laut einer KfV-Studie Hauptursachen für den ungewollten Richtungswechsel

Wien (OTS) - "Jung, männlich, alkoholisiert", lautet die Kurzbeschreibung des typischen Geisterfahrers. Was nach einem Vorurteil klingt, ist wissenschaftlich untermauert und (leider) wahr. 85% der "Irrläufer" auf den Autobahnen sind inländische Männer, bei den unter 35jährigen sind sogar 63% der Geisterfahrer Alko-Lenker. Alkohol allein ist aber nicht zwingend verantwortlich für das gefährliche Hasard-Spiel auf Österreichs Straßen. Vielfach sind Drogen schuld: "Verlängerte Reaktionszeit, verzerrte Wahrnehmung der Realität und erhöhte Risikobereitschaft sind nicht nur Folgen von Alkoholkonsum, sondern auch von Drogenmißbrauch", so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit. "Das Thema Drogen und Medikamente im Straßenverkehr wurde bisher von der Gesetzgebung allerdings stiefmütterlich behandelt."

Orientierungsprobleme quer durch die Bevölkerungsschichten

Ein weiteres Grundübel ist der Orientierungsverlust, der jeden dritten Geisterfahrer-Lenker befällt wenn er auf die Autobahn auffährt. Dieser zieht sich durch sämtliche Altersgruppen. Gründe dafür sind u.a. ungünstige Witterungsverhältnisse, schlechte Beschilderung oder ganz einfach zu wenig Übung. Einheitliche Beschilderung, Wegweisung und Bodenmarkierung sind daher geforderte Maßnahmen des Kuratorium für Verkehrssicherheit zur Verbesserung des Geisterfahrer-Problems. Oft zu unrecht verantwortlich gemacht: Die vielzitierten Selbstmörder. Etwa jeder fünfte Geisterfahrer fährt bewusst oder absichtlich falsch auf. Als Gründe für das unerlaubte Wenden wurden auch vergessen Regenschirme oder verlorene Scheibenwischer angegeben.

164 Geisterfahrer-Unfälle/Jahr: KfV fordert gezielte Kontrollen

164 Geisterfahrerunfälle mit Personenschaden ereigneten sich von 1987 bis 2000 in Österreich, dabei wurden 81 Menschen getötet, 183 schwer und 140 Personen leicht verletzt. Die Geisterfahrer-Bilanz 2000: 9 Unfälle mit Personenschaden mit 7 Toten, 6 Schwer- und 8 Leichtverletzten. "Gezielte Kontrollen, verschärfte Sanktionen und öffentlichkeitswirksame Kampagnen rund um das Problem Alkohol könnten Schritt für Schritt ein Umdenken beim Fahrer bewirken und damit mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen", ist KfV-Chef Thann überzeugt.

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 27 Tote bei 23 Unfällen, davon 12 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 15 PKW-Insassen (davon 10 Lenker), 2 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 1 Traktor-Lenker, 3 Radfahrer und 5 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Geschwindigkeit (14), Unachtsamkeit (3), Vorrangverletzung (2), Übermüdung (1), Fahrfehler (1) und Überholen (1) festgestellt werden. Bei einem Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 5 Fußgänger und 2 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 10 der 23 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 1 Fahrzeuglenker hatte keine Lenkberechtigung. 4 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet

Vom 1. Jänner bis zum 9. September dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 647 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juli), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 684 Menschen tödlich. (Schluss)

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