Pittermann und Rieder zu Opfer-Gehirnen vom Spiegelgrund

"Beerdigung ist erster Schritt umfassender Gedenk- und Forschungsarbeit" - Bestattung voraussichtlich am 5. Mai 2002

Wien, (OTS) "Die vor kurzem erfolgte Freigabe der sterblichen Überreste der ermordeten Opfer des Spiegelgrundes durch die Justiz macht endlich den Weg für eine würdevolle letzte Ruhestätte frei", betonen Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker in einem Pressegespräch. Die Bestattung wird voraussichtlich am Nachmittag des 5. Mai 2002 - am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und gegen Rassismus und Gewalt - stattfinden. Darüberhinaus wird es zahlreiche Gedenk-und Forschungsaktivitäten geben. Rieder und Pittermann sehen die geplante Beerdigung aber keinesfalls als Schlusspunkt, sondern vielmehr als Anknüpfungspunkt für weitere Aktivitäten und Forschungsprojekte: "Die Stadt Wien muss und wird sich auch weiterhin ihrer Verantwortung in dieser Frage bewusst sein."****

Bestattung der Opfer-Gehirne am Gedenktag der NS-Opfer 2002

Die Bestattung der sterblichen Überreste der Opfer vom Spiegelgrund wird am Nachmittag des 5. Mai - am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und gegen Rassismus und Gewalt -stattfinden. Vor der Beerdigung ist eine Aufbahrung geplant. "Dabei soll es die Möglichkeit geben, eine Feierlichkeit ganz nach den Wünschen der überlebenden Opfer und der Angehörigen der Opfer - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - zu gestalten", so Pittermann. In einer offiziellen Zeremonie wird die Öffentlichkeit Gelegenheit haben, Abschied zu nehmen.

Die sterblichen Überreste der Opfer vom Spiegelgrund werden im Areal der Gruppe 40 - Ehrengrab für Opfer des Nationalsozialismus -am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Ein Grab- und Gedenkstein wird die Namen aller 428 Kinder aufzeigen, deren Gehirne nun endlich bestattet werden können.

Zahlreiche andere Gedenk- und Forschungsaktivitäten

Zwecks umfassender und vollständiger Aufarbeitung der Ereignisse vom Spiegelgrund plant die Stadt Wien zahlreiche weitere Aktivitäten und Projekte:

o Im Otto Wagner Spital, wo sich die einstige Klinik am

Spiegelgrund befand, soll eine Gedenk- und Forschungsstätte errichtet werden. In der Gedenkstätte sollen die grausamen Vorgänge vom Spiegelgrund historisch aufbereitet werden und vor allem auch junge Menschen über dieses Kapitel der NS Vergangenheit informiert werden.
o Parallel dazu wird es eine virtuelle Gedenkstätte im Internet

geben.
o Da viele historische Fakten aus dieser Zeit noch nicht

aufgearbeitet sind, sollen Diplomarbeits- und
Dissertationsthemen für Studenten vergeben werden, die sich mit dem Thema auseinander setzen. Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten hat in diesem Zusammenhang bereits ein Forschungsstipendium zugesagt.

"Diese Vorhaben werden unter Miteinbeziehung zahlreicher Experten - wie dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, dem österreichischen Nationalfonds, dem Institut für Zeitgeschichte und dem Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Wien, dem Restitutionsbeauftragten der Stadt Wien, der Gewerkschaft, usw. - gestaltet werden", erklärt Pittermann. Frau Stadträtin wird daher in den nächsten Wochen Projektgruppen einrichten, die sich mit der optimalen Umsetzung der Pläne beschäftigen sollen.

o Im Frühjahr soll die NS-Zeit in einem weiteren internationalen

Symposium im Otto Wagner Spital aufgearbeitet werden. Derartige Symposien wurde bereits auf Initiative von Vizebürgermeister Rieder abgehalten.

Der 14. Wiener Gemeindebezirk wird zum Gedenken an die Opfer vom Spiegelgrund ein Mahnmal errichten. (Schluss) rog

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