Wien trifft Beograd

Wien, (OTS) Sonntag Abend begann mit einem Vortrag des in Beograd geborenen und in Wien lebenden und arbeitenden Architekten Prof. Boris Podrecca in Beograd eine Serie von Begegnungen zwischen Wiener und Beograder ExpertInnen und PolitikerInnen in der jugoslawischen Hauptstadt.

Bei einem informellen Treffen zwischen Beograds Bürgermeisterin Radmila Hrustanovic und Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl im Frühjahr war eine engere Kooperation zwischen den beiden Städten vereinbart worden. Die Kontakte zwischen den beiden Städten waren auch in internationalen Krisenzeiten durch ein Wiener Verbindungsbüro in Beograd aufrecht.

Nachdem Wien der Stadt Beograd bereits Autobusse und andere kommunale Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hatte und nach den Wien-Tagen im Mai ist nunmehr eine offizielle Delegation der Stadt Wien zu Gast.

Ausstellung und Symposium Stadtentwicklung und Verkehr

Der Wiener Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, Rudolf Schicker, eröffnet Montag Abend im Pavillion Cvijeta Zuzoric die Ausstellung "Stand der Dinge", die neue Wiener Architektur und Beispiel der Stadterhaltung und Stadterneuerung zeigt. Zum Thema Stadtentwicklung und Verkehr findet Dienstag und am Mittwoch ein Symposium mit Beograder und Wiener Expertinnen statt, das ebenfalls von Stadtrat Schicker eröffnet wird.

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren Montag der Leiter der MA 27 "EU-Förderungen" DI Peter Brodesser und der TINA-Büro-Chef und Korridormanager Mag. Otto Schwetz das Programm der Wiener Delegation.

Kooperation multimodaler Knoten Beograd

Die in Wien ansässige ARGE-Koordinationsstelle für die europäischen Korridore IV, VII und X, die zum Ziel hat, den intermodalen Gütertransport zu fördern, lädt zu einem Arbeitsreffen mit ExpertInnen der Republik Serbien und der Stadt Beograd sowie aus Österreich ein. Als erstes Projekt der von er Europäschen Union forcierten Bemühungen scheint der "multimodale Knoten Beograd", in dem sich zwei der europäischen Korridore treffen, geeignet, die Anforderungen zu erfüllen.

Kooperation zwischen Beograd und Wien im Rahmen des INTERREG -Projektes "Urban Technology Network (UTN)"

Der Bedarf an modernen Stadt- und Umwelttechnologien ist in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre in hohem Ausmaß gegeben. Genau auf diesem Sektor hat sich die Stadt Wien zu einem Kompetenzzentrum entwickelt, dessen Know-how in vielen europäischen Städten gefragt ist.

Es wurde deshalb die Fördermöglichkeit der Europäischen Union genutzt, im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG ein Projekt zur Verbreitung dieses Know-hows auf infrastruktureller, technologischer und organisatorischer Ebene für die Partnerstädte durchzuführen.

Dieses Projekt mit dem Titel "Urban Technology Network (UTN)" war bisher im wesentlichen auf Städte der Beitrittsländer beschränkt und soll in der neuen Förderperiode der Europäischen Union (2000 -2006) auch auf die Balkanländer ausgeweitet werden. In einer großem UTN - Konferenz am 17. und 18. Mai 2001 in Wien wurden mit Städtevertretern aller Mittel- und Osteuropäischen Länder die weitere Vorgehensweise und konkrete Kooperationsvorhaben diskutiert , die in der Folge in die Gestaltung des neuen UTN - Projektes einfließen werden.
UTN soll künftig neben dem Wissenstransfer auch die Erstellung von Studien und Konzepten unterstützen und kofinanzieren, die dann zur Ausschreibung von Infrastrukturprojekten führen sollen. Beispielsweise seien hier Abfallwirtschaftskonzepte, Wasserversorgungsstudien, Stadterneuerungspläne oder Nahverkehrskonzepte erwähnt.

Zwischen Beograd und Wien war der Kontakt schon vor der oben erwähnten UTN-Konferenz sehr intensiv und fruchtbar und hat nach einer Reihe von fachlichen Kontakten auch zu einer politischen Absichtserklärung zwischen der Beograder Bürgermeisterin Radmila Hrustanovic und dem Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl geführt, in Fragen der Urban Technologies eng zu kooperieren.

Diese Tage in Beograd sollen nun unter anderem dazu dienen, einige für diese Stadt besonders wichtige Projekte zu identifizieren und den Besuch einer Wiener Expertengruppe vorzubereiten, der in etwa sechs Wochen stattfinden soll.

Wien ist nicht nur daran interessiert, sein Know-how auf dem Gebiet der Stadttechnologien anderen europäischen Städten zur Verfügung zu stellen und österreichischen Konsulenten die Mitwirkung an der Erstellung von Studien und Konzepten zu ermöglichen. Es besteht auch Interesse, die Chancen der Wiener Wirtschaft zu verbessern, sich an den nachfolgenden Infrastrukturprojekten als Auftragnehmer der Beograder Stadtverwaltung oder des serbischen Staates beteiligen zu können.

Wien betrachtet die Kooperation zwischen den beiden Städten auf dem Sektor der Urban Technologies auch als Modellfall für die Organisation eines funktionierenden Stufenplanes, der ausgehend vom Know-how-Austausch über die ebenfalls EU-unterstützte Konzeptionsphase bis zur Realisierung der Infrastrukturprojekte reicht.

Ein wichtiger Partner zur Umsetzung dieses Stufenplanes ist die Europäische Agentur für den Wiederaufbau, die seit kurzem auch in Beograd präsent ist und als Verwalter der CARDS - Mittel nicht außer Acht gelassen werden darf. Der Besuch der Wiener Delegation wurde auch zum Anlass genommen, mit Direktor Mingarelli in Kontakt zu treten und die Diskussion über die organisatorische und besonders die finanztechnische Abwicklung von EU-geförderten Infrastrukturprojekten zu beginnen.

Alle Gespräche finden in der Hoffnung und Überzeugung statt, zwischen Beograd und Wien eine Kooperationskultur besonders auf dem Sektor der Stadt- und Umwelttechnologien etablieren zu können, die unter maximaler Nutzung der Förderpolitiken der Europäischen Union beiden Partnern zum bestmöglichen Nutzen gereicht. (Schluss) lf

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