Dirnberger verlangt von Schüssel sofortige Reform der Abfertigung

Weiteres Verzögern ist nicht akzeptabel

Wien (OTS) - "Ich fordere Bundeskanzler und Parteiobmann Schüssel auf, sofort für die Umsetzung des ÖAAB-Abfertigungsmodells in Regierung und Nationalrat zu sorgen. Eine neuerliche Verzögerung, der dritten in der laufenden Legislaturperiode, wäre nicht akzeptabel", sagt heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB-FCG) in Reaktion auf eine Schüssel-Interview in den Salzburger Nachrichten vom Wochenende.

Im SN-Interview kündigt Schüssel an, die Reform der Abfertigung erneut, wieder einmal in das Folgejahr ("....wahrscheinlich wird man ins Frühjahr hineinkommen...") verschieben zu wollen. Schüssel begründet das in dem Interview mit dem Wunsch der Sozialpartner, mehr Zeit für Verhandlungen haben zu wollen. Dirnberger: "Ein solcher angeblicher Wunsch ist nichts anderes als Ausrede und Abschieben der Verantwortung. Tatsache ist, dass der ÖAAB das Modell zur Reform der Abfertigung entwickelt und vorgestellt hat und die Wirtschaft diese im entscheidenden Punkt der Einzahlung ab dem ersten Tag ablehnt. Jetzt liegt die Entscheidung bei Regierung und Nationalrat. Die plötzliche Rücksichtnahme des Kanzlers auf die Sozialpartner ist angesichts der Vorgangsweise mit diesen bei der Umgestaltung des Hauptverbands nicht nachvollziehbar".

Dirnberger nennt die wichtigsten Eckpunkte des ÖAAB-Rucksackmodells "Abfertigung neu", das so der AK-Vizepräsident, "fix und fertig" vorliegt, der Klubobmann müsste im Nationalrat nur noch handeln":

Das ÖAAB-Modell zur "Abfertigung neu" sieht vor, dass der Anspruch auf Abfertigung bei Selbstkündigung des die Arbeitnehmers "im Rucksack" zum neuen Job mitgenommen werden kann und dass der Anspruch auf Abfertigung vom ersten Tag des Dienstverhältnisses an kontinuierlich wächst. Das kommt der Forderung der Wirtschaft nach mehr Flexibilität der Arbeitnehmer entgegen. Denn von den 900 000 Arbeitnehmern, die letztes Jahr ihr Arbeitsverhältnis beendet haben, kamen nur rund 160.000 in den Genuss einer Abfertigung. Hauptgrund ist, dass die durchschnittliche Dauer von Dienstverhältnissen unter 3 Jahren liegt, ja rund ein Drittel aller Arbeitsverhältnisse bereits im ersten Jahr gelöst werden. Das gilt in weiten Bereichen der Wirtschaft, insbesonders für die Arbeitnehmer am Bau und im Gastgewerbe, aber auch für die Arbeitnehmer in der EDV-Branche oder in der Forschung.

Im ÖAAB-Modell hat der Arbeitnehmer bei Kündigung durch den Arbeitgeber, so wie bisher, das Recht auf Auszahlung. Er kann das Geld aber auch in der Abfertigungskasse lassen. Geht ein Arbeitnehmer in Pension hat er die Wahl zwischen einer Einmal-Auszahlung und einer Zusatzpension.

Appell an den Bundeskanzler: Abfertigung nicht am Gastgewerbe scheitern lassen

Der Widerstand gegen das ÖAAB-Abfertigungsmodell, insbesonders in der Gastronomie, ist für Dirnberger ein besonderes Ärgernis: "Es kann nicht sein, dass gerade jene Branche, wo es die meiste Schwarzbeschäftigung gibt, die zeitgemäße Antwort auf die zunehmende Fluktuation in der Arbeitswelt verhindert. Die Einzahlung in die Abfertigungskassen erst ab dem 1. Jahr ist ja geradezu eine Pervertierung der zentralen Begründung der Neuregelung. Die Arbeitnehmer haben heute oft nur die Chance auf kurzfristige Jobs und dürfen in Zukunft beim Jobwechsel nicht durch den Verlust der Abfertigung behindert werden". Besonders wendet sich Dirnberger gegen eine absichtliche Begriffsverwirrung: "Abfertigung ab dem 1. Tag bedeutet nicht die Auszahlung der Abfertigung ab dem 1. Tag, sondern die Einzahlung der monatlichen Beiträge auf das Abfertigungskonto".

Abfertigungsanspruch erst ab dem 1. Jahr belastet viele Betriebe ungleich

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