Morak: Brucknerfest symbolisiert Eigenart des Kulturstandortes Linz

Wien (OTS) - "Das Brucknerfest ist eines der Juwele in der blühenden österreichischen Festspielkultur. Das Besondere des heurigen Brucknerfestes, das, was für mich die Eigenart des "Kulturstandortes Linz" ausmacht ist der Wille zur Erweiterung, der durch den Untertitel "Musik. Tanztheater. Und." hervorgehoben wird. Hier wird einer kulturpolitischen Notwendigkeit Rechnung getragen" sagte Kunststaatssekretär Franz Morak, heute, Sonntag, anlässlich der Eröffnung des Brucknerfestes in Linz.****

Die Populärkultur sei in den letzten Jahrzehnten zu einer zentralen Kulturform geworden, die Konsequenzen aus dieser Einsicht zu ziehen sei schwerer. Viele der großen, europaweit angesehenen Festspiele, wie das Brucknerfest ja auch eines ist, haben sich in den letzten Jahren in wahre Festungen eines Kulturideals verwandelt, das erstens dogmatisch an der Trennung von "E" und "U", von "Ernster" Kunst und Unterhaltung festhält und zweitens alles, was einen unterhaltenden Aspekt hat, für minderwertig hält. Morak verwies in diesem Zusammen-hang auch auf Immanuel Kant, der Unterhaltung für etwas mit wahrer Kunst unvereinbares gehalten oder Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, die beiden Begründer der legendären "Frankfurter Schule", die die "Kulturindustrie" als eine Institution des Massenbetruges denunziert haben.

Es ist also weniger die Unterscheidung in "E" und "U", die zählt, sondern der Umstand, dass es in beiden Feldern misslungene und gelungene Werke gibt, so Morak weiter. Den dogmatischen Verfechtern von "E" halte ich entgegen, dass unsere heutige Gesellschaft sich durch eine Vielzahl von kulturpolitischen "Milieus" auszeichnet, wie das der deutsche Kultursoziologe Gerhard Schulze in seinem Buch "Die Erlebnisgesellschaft" nennt. "Es ist mein persönliches Kredo, dass wir kulturelle Bedürfnisse zwischen "E" und "U" prinzipiell als gleichwertig behandeln müssen. Das scheint mir in Linz zu geschehen. Hier wird ein Weg gegangen, der den gesellschaftlichen und kulturellen Pluralismus auch auf der Ebene der Festspiele akzeptiert" so Morak, der auf die Gesamtkonzeption des Brucknerfestes "linz.kunst.2001" hinwies.

"Wir hatten noch nie soviel Kultur und der kulturelle Reichtum unserer Gesellschaft ist grenzenlos, wenn wir in dieser Diskussion um Kultur und ihre Vermittlung von einem modernen Kulturbegriff ausgehen, der die zentralen Kulturformen unseres Jahrhunderts, die Massen- und Populärkultur, ebenso umfasst wie die Hochkultur und neue, innovative Kunstformen. Ich freue mich, dass diese damit verbundene Diversität beim Brucknerfest respektiert wird" sagte Morak abschließend.
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